Wissenschaftliche Themen in Kompakter Form
Mit Hilfe der Wissenschaft soll unser Wissen durch Forschung und was nicht schlecht wäre, durch die Weitergabe der Ergebnisse dieser Forschungen, erweitert werden. Es wird also unter Voraussetzung ordnungsgemäßer Forschung und der methodischen Suche nach zuvor gestellten Fragestellungen nach neuen Erkenntnissen gesucht. Die Gesamtheit des Wissens wird also durch die Wissenschaft vergrößert. Was jetzt auch von Vorteil wäre, ist, wenn die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen systematisch dokumentiert werden. Sehr gut ist es dann für die Verbreitung der neu gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, diese zu veröffentlichen und einer möglichst breiten Masse von Interessierten zugänglich zu machen. Falls kein wirtschaftliches Interesse an den neu gefundenen Erkenntnissen besteht werden diese in der Regel auch relativ schnell frei gegeben und sind so für jeden Neugierigen einsichtig.
Wissenschaft ist also eine Möglichkeit breites Wissen unter Mithilfe vieler Beteiligter und auch unter Mithilfe von Hobbywissenschaftlern für alle Menschen auf der Welt zugänglich zu machen. Klingt wie eine schöne Utopie und ist es wohl oft auch. Kein Unternehmen wird freiwillig seine Forschungsergebnisse, die oft unter Einsatz enormer intellektueller und finanzieller Ressourcen gewonnen wurden, ins Internet stellen und so seinen Mitbewerbern erlauben die selben wertvollen Erkenntnisse völlig kostenlos zu gewinnen. Dann würde es wohl niemanden mehr geben, der monetäre und personelle Mittel in Forschung und Entwicklung investiert. Das würde nicht das Ende der Wissenschaft bedeuten. Auf keinen Fall. Der Mensch ist und bleibt ein wissbegieriges Lebewesen. Die Forschung würde vielleicht langsamer voranschreiten. Was vielleicht auch nicht unbedingt das Schlechteste wäre. Momentan rast die Dampflok der Wissenschaft in einem Tempo dahin, dass kein Mensch mehr wirklich hinterherlaufen kann. Vielleicht kann ein Wissenschaftler auf den fahrenden Zug aufspringen, aber steuern kann ein einzelner Gelehrter ihn wohl nicht mehr. Anhalten vielleicht, aber ich möchte nicht wissen, unter welchen Bedingungen das vonstatten gehen müsste. Vielleicht wäre eine etwas gemäßigtere Gangart hilfreich, um das von der Wissenschaft erforschte Material in den Köpfen der Menschen besser zu verankern und sie nicht nur hilflos am Rand stehen zu lassen und nicht wirklich zu begreifen, was der Zug, der gerade an ihnen vorbeifährt, transportiert.
So, und wo wird die Wissenschaft nun erschaffen? Oder sollte ich lieber die Frage stellen, in welchen Institutionen werden die Wissenszweige erschaffen, die neues Wissen schaffen? Professoren und dergleichen hören lieber, dass sie in Lehrbetrieben arbeiten. Diese Lehrbetriebe nennen sich auch Universität, Forschungslabor, Fachhochschulen, Hochschulen, Akademien oder Forschungsgemeinschaften. So weit so gut, diese Gemeinschaften forschen, wo sie was zum Forschen finden. Aber auch das Unerforschbare lassen sie nicht unergründet. Gruß von Erich Kästner und seinem fliegenden Klassenzimmer. Aber diese Forschungsvereinigungen gibt es wohl schon so lange, wie es Menschen gibt. Eine der bekanntesten Akademien wurde von Platon gegründet. Diese platonische Akademie hielt sich tapfer bis in die Spätantike.
Bis jetzt könnte fast der Eindruck entstehen, dass die Forschung in der Gegenwart nur von öffentlicher Hand gefördert wird. Das stimmt natürlich so nicht ganz. Es gibt immer noch auch sehr viele private Forschungsinstitute. Trotzdem erscheinen in erster Linie und an oberster Stelle die öffentlichen Forschungsträgerinstitutionen. Da wären zum Beispiel zu nennen: Fraunhofergesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft und die Leibnitz-Gemeinschaft. In Österreich sind die namhaftesten Organisationen die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.
Ja und da wären dann die lieben Wissenschaftler, die forschen, um der Wissenschaft ihr Wissen zu verschaffen. Und bei welchen Veranstaltungen tauscht sich die geistige Elite nun untereinander aus? Das Wort untereinander ist hier sehr wichtig! Warum? Weil jede Art von Wissenschaft auch ihre ganz eigene wissenschaftliche Fachsprache hat. Ein Schelm wer Böses dahinter vermutet. Nein! Der Umstand für dieses Fachkauderwelsch liegt wohl darin, dass die Eitelkeit der Wissenschaftler es verlangt, sich streng von der Allgemeinheit abzugrenzen. Schließlich soll ja der Status des Besonderen und des Ehrwürdigen erhalten bleiben. Die Elite soll ja auch Elite bleiben und es muss ja wirklich nicht jeder popelige 0815-Bürger verstehen, worum es sich bei den hoch intellektuellen Themen ihrer wissenschaftlichen Konferenzen handelt.
Ups, da bin ich wohl vom Thema abgekommen? Also wo blieb ich stehen? Ach ja – wo treffen sich die Wissenschaftler? Das ist gar nicht so schwer – sie treffen sich bei Fachkonferenzen, Seminaren, Arbeitsgruppen und Kongressen.
Ach ja, noch was – wie sichert ein Wissenschaftler sein Wissen rechtlich ab? Auch ganz leicht: mit Patenten. Diese Patente werden dann beim Europäischen Patentamt hinterlegt und gesichert. Sobald dieses Wissen dann schriftlich, mit Brief und Siegel rechtlich abgesichert ist, kann es ja vielleicht öffentlich gemacht werden. Und siehe, diese Veröffentlichungen sind dann wissenschaftliche Veröffentlichungen. Und was, wenn jemand anders diese patentrechtlich geschützten Wissenszweige nutzen möchte? Dann setzt er sich eben mit dem Inhaber des jeweiligen Patentes in Verbindung und bezahlt an diese Lizenzen für die Verwendung dieses Wissens.
Was auch sehr gerne gesehen wird, ist, wenn sich öffentlich-rechtliche und private Forschungseinrichtungen zu Seminaren und Arbeitsgruppen zusammenfinden, um so Gastprofessuren zu ermöglichen. Am besten ist es dann, wenn bei diversen Auslandaufenthalten sehr viele Wissenschaftler, Professoren, Doktoren und andere Titelträger zusammenfinden. Das Ganze nennt man dann eine internationale Forschungsgruppe. Gibt es für einen gewissen Forschungszweig noch keine Gruppe, dann gibt sich die Versammlung der Wissenschaftler schnell einen gut klingenden Namen und setzt sich schnell mit denjenigen in der EU in Verbindung, die auf großen Fördertöpfen sitzen und damit über immense Geldmittel verfügen. Damit die Gelder schneller fließen gibt die neu benannte Gruppe ihrer Forschung einen wichtig klingenden Titel. Ganz wichtig dabei ist, dass das Forschungsgebiet einen sozialen Hintergrund haben muss und am besten auch noch gut für die Umwelt ist. Da freuen sich die EU-Beamten und unterschreiben jede Summe. Irgendwie muss das liebe Geld, das die Mitglieder der EU brav einbezahlen ja unter Volk, Volk?, nein, unter die Wissenschaftler gebracht werden. Da freut sich dann wieder die Forschung, die sicherlich auch einen privaten Sponsor hat, der zu den Millionen der EU auch ein paar einzelne Euro spendet, um die neuen Erkenntnisse mehr oder weniger umsonst zu bekommen. Diese interdisziplinäre Forschung schafft in den letzten Jahren mehr und mehr Institute über die sich große Konzerne freuen. Wer würde sich nicht freuen, wenn er neueste technologische Erkenntnise bekommt und diese so ganz nebenbei von den Steuerzahlern finanziert werden, die es zu blöd sind, um das zu begreifen. Da freuen sich dann auch die Politiker. Doofe Bürger reißen ihr Maul nicht auf. Freuen sich über die verbesserten Lebensbedingungen, die durch die Wissenschaft geschaffen werden und übersehen so ganz nebenbei, dass sie mehr und mehr ihre Mündigkeit verlieren. Wenn sie irgendwann begreifen werden, dass ihre Entscheidungen alles andere als freie Entscheidungen sind, dann wird es wohl zu spät sein. Diejenigen, denen die Bürger die Gesetze zu verdanken haben, die die Freiheit des Einzelnen brutal beschneidet, sitzen derweil sappernt in ihren teuren Pflegeheimen und kriegen nichts mehr mit, weil die Demenz ihnen ihr Hirn zugeschissen hat. Aber ich komme schon wieder vom Thema ab.
Zurück zu den lieben Unternehmen und Großkonzernen, die den EU-Beamten in den Arsch kriechen. Immerhin soll es tatsächlich auch Firmen geben, die selbst über Forschungseinrichtungen verfügen, die von firmeneigenen Geldern bezahlt werden. Wenn es hoch hergeht, wird in diesen Forschungseinrichtungen die sogenannte Grundlagenforschung betrieben. Das heißt soviel wie, dass sich ein paar Angestellte bei schlecht bezahlten Überstunden zusammensetzen und sich bei einem sogenannten Brainstorming Gedanken darüber machen, was denn notwendig ist, um den maximalen Gewinn unter Einsatz minimaler Mittel aus dem Unternehmen rauszuholen, damit die Eigentümer, Gesellschafter, Aktionäre usw, noch reicher werden. Jetzt endlich nimmt der Wissenschaftsbetrieb seinen Betrieb auf. Schließlich soll durch die sogenannte Forschungsfreiheit jedem Individuum, ob es nun eine natürliche oder eine juristische Person ist, erlaubt sein, Forschung zu betreiben. Natürlich sollte das Gebiet, in dem Forschung betrieben wird, auch moralisch unbedenklich sein. Ha, Ha, Ha …
Fazit: Der Wissenschaftsbetrieb steht jedem offen! Diese Tatsache wird auch gesetzlich abgesichert durch den Paragrafen, der die bereits erwähnte, sogenannte Forschungsfreiheit absichert.
Wen wundert es da, dass wesentlich wissenschaftlich Leistungen, die nicht im beruflichen Umfeld liegen, nur äußerst selten publik werden. Überraschung! Ist ja wohl auch klar, dass jede tolle Erkenntnis von irgendwem geschnappt wird, auch wenn er sich nicht selbst machte, und so in seine Forschungsgebiet einbezogen wird, um sie dann unter seinem Namen der Öffentlichkeit oder wohl eher einer Institution, die sehr gut dafür bezahlt, zu verkaufen.
Wie werde ich nun ein Wissenschaftler, der vom Staat bezahlt wird? Ganz einfach. Man setzt sich auf seinen Arsch und lernt. Dann Promoviert man macht seinen ersten Doktortitel, wird Professor und dann persönlicher Berater von irgendwelchen weltfremden Politikern, die dann beklopft genug sind jeden Rat des Wissenschaftlers, der ihnen ins Ohr flüstert, zu befolgen.
Es beruhigt doch immer wieder enorm, zu wissen, dass Fachidioten unseren Volksvertretern, die ja überhaupt nicht weltfremd sind, Tipps und Ratschläge geben, was am besten ist für die breite Masse der Bevölkerung. Eliteidioten und gewählte Volksvertreter, die nicht weniger idiotisch sind, bestimmen oder zumindest beeinflussen auf diese Art und Weise das Leben jedes einzelnen Menschen.
Ein Hoch auf die Wissenschaft, die Wissen schafft, das keiner mehr rafft.
Jetzt gibt es in der Wissenschaft einen Bereich, der Wissenschaftsforschung heißt! Was ist das nun wieder? Die Wissenschaft forscht wonach die Wissenschaft forschen könnte. Womit wir wieder bei Erich Kästner wären: „Forschet, wo ihr was zu forschen findet!“
Also versucht die Wissenschaft zu erforschen, wonach sie noch nicht geforscht hat. Vielleicht ist das ein Forschen um des Forschen Willen? Finde ich ausnahmsweise nicht schlecht. Horizonterweiterung hat bisher noch nie jemandem geschadet. Umso breiter der Horizont des Individuums, umso eher besteht die Möglichkeit Verständnis für jede Art von Leben und Lebensform zu haben.
Hier eine kleine Anmerkung an die Fleischfresser: Jedes Lebewesen hat eine Seele, wie immer ihr den Begriff Seele auch definieren wollt.
So und nun zu Euch Mädels. Gott sei Dank habt ihr seit vielen Jahrzehnten den Olymp der Bildung erklommen und nehmt Euch, was Euch zusteht. Schmeißt die Männer von ihren Thronen und macht sie Euch Untertan. Aber nicht zu radikal – ja!? Es gibt immer noch viel zu wenig Frauen, die die Spitzenpositionen in den Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen besetzen. Allerdings lässt es sich absehen, dass die Mädels und Damen sehr schnell voranschreiten und die Männer sehr bald eingeholt und vielleicht sogar überholt haben werden. Gratulation!
Doch zurück zum Thema. Ich muss mich selbst mehr disziplinieren. Komme andauernd vom Hundertsten ins Tausendste.
Zurück zur Wissenschaftspolitik und zur Wissenschaftsforschung. Die Wissenschaft untersucht also mit empirischen Methoden, also dadurch, dass sie beobachtet und versucht daraus zu Lernen, die wissenschaftliche Praxis. Wie ich bereits kurz angeschnitten habe, werden dabei die unterschiedlichsten Konstellationen zu Zusammenhänge zwischen Wissenschaftlern, Politikern, Bürgern, Lehrveranstaltungen, Wissenschaftsbetrieben und übriger Gesellschaft (das soll wohl der Depp von der Straße sein – Hauptsache er geht zur Wahl und sichert die Hirnis, die sich Politiker nennen, in ihren Entscheidungen ab) auf wissenschaftlich Art und Weise untersucht und analysiert. Die Fragestellung bei dieser Forschung dürfte wohl lauten: Wie beeinflusse ich die breite Masse auf die Art und Weise, dass sie macht was die Politik und die Wirtschaft (siehe Marketing) von ihr erwarten? Was erwartet der Staat und die Megakonzerne eigentlich von uns? Ist doch klar: dass wir unser Maul halten und das Geld, das wir durch Sklavenarbeit verdienen, den Konzernen und dem Staat in den Allerwertesten schieben, damit eine kleine Oberschicht wunderbar davon leben kann. Selber schuld, wer es sich gefallen lässt! Da fallen dann so nette Begriffe wie Scientometrie und Evaluation, die genau das erforschen sollen, was ich oben angesprochen habe.
Drum prüfe jeder, der zum Wählen geht, ob nicht eine riesengroße Verarschung hinter dem, den er wählt steht!
Damit will ich das Thema Wissenschaft hier fürs Erste abschließen. Wissenschaft und Forschung sind sicherlich überlebensnotwendig für uns Menschen geworden. Aber es ist bestimmt nicht lebensnotwendig für den Menschen und für seine Forscher, dass die Wissenschaft uns davonrennt und höchstwahrscheinlich sogar überrennt.
Doch davon wird uns die Zukunft Zeugnis ablegen. Vielleicht erforschen wir besser, was wir nicht erforschen sollten. Manchmal ist es ganz sicher wertvoller nicht zu forschen und einfach nur zu leben. Zuviel Wissen verschafft ganz sicher das Wissen, dass Wissen blöd macht.
© 2010 Ralph Reichart
Literatur als Luxus

