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Oscar Wilde - Seine Biografie und sein Leben
Biografie, Lebenlauf von Oscar Wilde
Wie hieß er mit vollem Namen? Oscar Fingal O'Flahertie Wills Wilde. Wann wurde er geboren? Am 16. Oktober 1854 in Dublin. Dublin liegt bekanntlich inIrland. Oscar Wilde war also Ire und das zweite Kind seiner Eltern. Sein Vater, Sir William Wilde arbeitete als Arzt und seine Mutter, Lady Francesca Wilde, war künstlerisch und literarisch sehrbegabt.
Hatten seine Eltern noch mehr Geschwister für Oscar Wilde? Sie zählten insgesamt drei an der Zahl. Zwei Jungen und ein Mädchen. Oscar Wildes ältesterBruder William Wills Wilde, also www lange vor der Erfindung des Internets, wurde 1853 geboren. Ein Jahr später kam dann ja bekanntlich Oscar Wilde selbst zur Welt. Bis er seine Schwester kennenlernte dauerte es vier Jahre, da Isola Francesca erst 1858 in ihr sehr kurzes Leben startete. Sie starb mit 10 Jahren.
Oscar Wildes Mutter leistete sich einen literarischen Salon, durch den der Junge bereits sehr früh mit führenden Köpfen des literarischen Lebens undder schriftstellerischen Kultur der näheren Umgebung seines Elternhauses vertraut wurde.
Ging Oscar Wilde auch zur Schule? Er durfte von 1864 – 1871 die Portora Royal School in Enniskillen absolvieren. Ab 1871 – 1874 folgte das TrinityCollege in Dublin. Doch damit gelangte seine Ausbildung nicht ans Ende. Von 1874 bis 1878 ging es weiter im Magdalena College in Oxford. Hier gab er sich der klassischen Philosophie hin, soll heißen,dass er studierte. Dieses Studium gab Oscar Wilde die Möglichkeit, sich mit der Bewegung l'art pour l'art bekannt zu machen und sich in diesem Kreis seinen ersten eigenen Arbeiten zu widmen. Wie essich für einen anständigen Studenten gehört, ging er nach dem Abschluss seines Studiums auf Europareise. Als Destinationen seiner Reise lagen ihm besonders Italien und Griechenland am Herzen. Indiesen beiden Ländern verbrachte er gleich mehrere Monate.
Ein Gentleman wie Oscar Wilde verlässt seine Wurzeln niemals so ganz, zumindest bleibt er in der Nähe. Also siedelte er sich in London an, als er1879 von seiner Europatournee zurückkommt. Hier entstehen dann auch so bedeutende Werke, wie zum Beispiel: Lady Windermere's Fan. Es handelt sich bei diesem Stück um ein Theaterstück. TollesWortspiel.
Oscar Wilde beobachtete die Gesellschaft des Londons seiner Zeit mit akribischem Zynismus und einer sehr großen Portion Verachtung, die er mit seinerArt überspitztem Humor sehr gerne an den Pranger stellte. Er verachtete Unehrlichkeit und gekünstelte Verhaltensweisen. Um diese Lebensweisen zur Karikatur zu machen, entfaltet er seine Charaktere inden Theatergeschichten entsprechend. Er bringt jede ihm nur bekannte Charaktereigenschaft und die dekadenten Verhaltensweisen der so genannten High Society, oder nennt man sie heute so?, ins Spielund lässt keinen Stein auf dem anderen. Er selbst war als bekannter Feingeist und Ästhet tituliert. Aufgrund seiner perfekten gesellschaftlichen Umgangsformen, die denjenigen eines Dandys nichtunähnlich sind, ist er ein allzeit gerne gesehener Gast auf den Partys der Londoner Who is Who Society, die er als Objekt seiner Studien verwendet und die ihn wiederum verwenden, um etwas zumKlatschen und Tratschen zu haben.
Und dann, oh welche Überraschung, heiratet der Mann. Wie kann das sein? Galten seine Präferenzen nicht eher dem männlichen Geschlecht. Na ja, jederMensch hat das Recht, Fehler zu machen. Also heiratete er Constanze Lloyd. Mit ihr gründete er einen Hausstand in Chelsea. Der große Vorteil dieser Heirat lag darin, dass sie ihn finanziellunabhängig machte. Also war der Fehler, zu heiraten, doch nicht so groß. Genug des Geldes bedeutete für ihn Schluss mit finanziellen Problemen und dass er endlich seiner Leidenschaft, dem Schreibenfolgen konnte.
Was gehört zu einer vernünftigen Ehe dazu? Natürlich Kinder. Sogar darum kümmerte sich Oscar Wild und schon 1885 kam sein Sohn Cyril und weil er garso fleißig gewesen ist schon ein Jahr später seine Tochter Vyvyan auf den Teppich der Weltgeschichte.
Hätte jemand gewusst, dass Oscar Wilde eine feministische Zeitschrift, sie trug den Titel: The Woman's World, verlegte? Ich wusste es nicht,aber man lernt ja dazu. Oscar Wilde tritt darin als Unterstützer für die Emanzipation der Frau auf. Ein solches Auftreten entsprach ganz und gar nicht dem Zeitgeist des ausgehenden 19. Jahrhundertsund schon gar nicht dem Zeitgeist der Britischen Monarchie in jener Zeit.
Doch wie sagte irgendjemand einmal so schön: „Im Leben trifft man sich immer zweimal!"
Oscar Wilde traf in diesen Jahren seinen alten Studienkollegen Lord Alfred Douglas aus Oxford wieder. Da alte Liebe bekanntlich nicht rostet,entwickelte sich aus der alten Freundschaft eine intime Beziehung, die in den moralischen Anschauungen jener Zeit nicht auszusprechen war. Ob Oscar Wilde sich mit seiner Familie aussprach seidahingestellt. Auf jeden Fall verließ er seine Familie wegen diesem Mann.
1890 veröffentlicht Oscar Wilde seine wohl berühmteste Prosaerzählung in Romanformat: Das Bildnis des Dorian Gray.
Die Handlung der Geschichte bezieht sich Wesentlichen darauf, dass ein junger Mann eine Möglichkeit findet nicht alt zu werden. Zumindest nach Außenhin. Für diese ewige Jugend muss er allerdings einen sehr hohen Preis zahlen. Er bezahlt mit seiner Seele. Immer Stück für Stück, bis es am Ende zur Apokalypse seiner Existenz, aber zur Befreiungseiner Seele kommt.
Oscar Wilde überstürzte nichts bei seinen literarischen Arbeiten und ging mit Muße an die Muße. So kam in den folgenden Jahren circa ein Werk pro Jahr im Schnitt an die Öffentlichkeit.
1892 wie bereits schon oben erwähnt: Lady Windermers's Fan
1893: A Woman of No Importance
1895: An Ideal Husband und The Importance of Being Earnest (Hier bekommt die englische Oberklasse ihr Fett weg. Sind sie nicht alleso wichtig? Heute nennen sie sich ja B- und C-Promis.)
1891 schrieb Oscar Wilde bereits seine Salome. Die Zensur lehnte das Stück schlichtweg ab, da es als zu freizügig und moralisch verwerflichgalt. Oscar Wilde fand in England für dieses Bühnenstück keinen Verleger und natürlich auch kein Theater. Aber England ist nun einmal nicht die ganze Welt, auch wenn die Engländer das nur zu gernedachten. Zum Glück gibt es auch noch Paris. Sarah Bernhardt trat in der Uraufführung des Stückes auf. Richard Strauss nahm Oscar Wildes Drama als Literaturvorlage. Das was dabei herauskam kann sichsehen, und vor allem hören lassen. Salome ist bis in die heutige Zeit eine weltberühmte Oper. Die deutsche Übersetzung kam Ende 1905 zu ihren Ehren und durfte in Dresden uraufgeführt werden.
Lord Arthur Douglas hingegen ist ein eher zwielichtiger Charakter, der Oscar Wilde nur allzu gerne ausnutzt. Aufgrund einer Lügenkampagne , ausgehendvom Vater von Lord Douglas, wird Oscar Wilde in einer Hetzkampagne, die systematisch gegen ihn geführt wird, aufgrund angeblicher sexueller Abnormitäten, zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwererkörperlicher Zwangsarbeit verurteilt.
Diese Verurteilung von Oscar Wilde bedeutet seinen finanziellen Ruin und das Ende von jeglichem gehobenen gesellschaftlichem Status.
Nach Verbüßung seiner Strafe verlässt Oscar Wilde die Britischen Inseln und zieht nach Paris, wo er zum Katholizismus konvertiert. Warum auch immerer das tat. Er wird bestimmt seinen Grund dafür gehabt haben.
Oscar Wildes Lebenswille und seine einstige Energie gab es nicht mehr. Er kapitulierte nach seiner Gefängnisstrafe und verwahrloste zusehends. SeinStolz und seine Lebensfreude blieben im Gefängnis zurück.
Am 30. November 1900 stirbt Oscar Wilde wohl an den Folgen einer Gehirnhautentzündung, die irgendwie aus einer chronischen Mittelohrentzündungentstand. Er war gerade einmal 46 Jahre alt.
Was blieb und immer bleiben wird, sind seine Werke, seine Märchen, seine Theaterstücke, seine Lebensweisheiten und seine Art und Weise die Menschenzu sehen. Stets mit einem lachenden und zwei oder drei weinenden Augen.
Für mich ist sein bestes Werk, neben dem Dorian Gray, das Gespenst von Canterville.
Aus genau diesem Grunde habe ich es auch in die Gegenwart versetzt und zu neuem Leben erweckt. Obwohl, am Ende stirbt es dann ja leider doch.
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Literatur als Luxus

