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Karl May - Die Biografie seines Lebens

 

 

Karl May Biografie, Lebenslauf

 

 

Vom Kleiderdieb zum Weltbestseller.

Karl May wird am 25. 02. 1842 in Ernstthal geboren. Dieses geschieht in der Niedergasse 111 in Ernstthal. Es ist 22 Uhr, als er zum ersten Mal dieLuft seiner Umgebung spürt.

Schon am nächsten Tag, am 26. 02. 1842 wird er getauft.

Der erste Schicksalsschlag nimmt seinen Kurs in Richtung Karl May. Bereits kurz nach seiner Geburt erblindet er.

Am 15. 04. 1845 wird Karl Mays Geburtshaus in der Niedergasse verkauft. Am nächsten Tag zieht die Familie in das Haus neben der Kirche St.Trinitatis. Das Haus am Markt 183. Karl May ist gerade einmal drei Jahre alt und registriert den Umzug nur am Rande.

In der Zeit zwischen September 1845 und Februar 1846 wird Karl May wegen seiner Erblindung operiert. Anfang März 1846 wird Karl May erneut wegenseiner Erblindung in Dresden behandelt. Mit fünf Jahren ist sein Augenlicht so gut wie komplett wieder hergestellt. Seine Jungendjahre verbringt der Junge bei seinen Eltern.

Im Jahr 1856 beendet Karl May seine Schulausbildung und wird aus der Rektoratschule entlassen. Im Laufe des Jahres wird er konfirmiert. Sein strengerGlaube und seine Bindung an seine Religion kristallisieren sich in diesen Jahren heraus. In vielen seiner Bücher wird er den christlichen Glauben und seine Meinung zur Religion in langen Passagendiskutieren und manifestieren. Karl May fing wohl schon in früher Jugend an sich mehr und mehr in seine eigene Welt zu verstricken. Seine Sehnsucht nach fremden Ländern und Kulturen stellt einenDrang da, der tief in seinem Inneren verwurzelt ist. Er beginnt mit dem Aufschreiben seiner Gedanken und Träume, um sein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung auf diese Art zu stillen.

Im Laufe des Jahres 1858 schickt Karl May eine Wild-West-Erzählung an die Redaktion der Zeitschrift "Gartenlaube".

Sein Seminardirektor Schütze erweist sich als Mäzen. Er schickt im Oktober des Jahres 1858 einen Brief an den Grafen Heinrich von Schönburg-Glauchau.Er bittet ihn um eine Unterstützung für Karl May.

Im Jahr 1859 besucht der junge Karl May ein Seminar in Waldenburg. Einmal bleibt er dem Nachtmittagsgottesdienst fern. Was Konsequenzen nach sichzog. Im November desselben Jahres „entwendet" er sechs Kerzen. Aus diesem Grund kommt es im Dezember 1859 kurz vor Weihnachten zu einer Anhörung von Karl May durch die Lehrerkonferenz in Waldenburg.Sein Protege, der Seminarleiter Schütze liefert einen Bericht an das Gesamtkonsistorium Glauchau.

Anfang der 1860er Jahre entsteht die Erzählung: Wanda. Kurz darauf, im ersten Halbjahr 1860 lernt Karl May Heinrich Gotthold Münchmeyer kennen. Lautseinen eigenen Aussagen befasst sich Karl May 1860 mit dem Verfassen von Humoresken.

Im Januar 1860 kommt ein Brief des Ministeriums für Kultur und öffentlichen Unterricht an das Gesamtkonsistorium Glauchau. Kurz darauf wird darüberentschieden, Karl May aus dem Seminar Waldenburg auszuschließen. Im März schickt Karl May ein Gnadengesuch an das Ministerium für Kultur und öffentlichen Unterricht. Sogar der Ernstthaler Pfarrerversucht sich mit einem Gnadengesuch für Karl May beim Ministerium für Kultur und öffentlichen Unterricht. Karl Mays Seminardirektor Schütze erweist sich wieder einmal als Retter in der Not undbefürwortet schließlich Karl Mays Aufnahme im Seminar Plauen. Schütze schickt im Mai 1860 einen Brief an den dortigen Direktor. Karl May nimmt Mitte 1861 wieder seine Ausbildungauf und setzt diese im Seminar in Plauen fort. Im September 1861 legt er letztlich sein Lehrerexamen ab. Im selben Jahr erhält Karl May sein Abgangszeugnis. Im Oktober 1861 spricht Karl May bei derGlauchauer Superintendentur vor. Er erhofft sich eine Anstellung an der Armenschule in Glauchau.

Ebenfalls 1861 bezieht Karl May eine Wohnung im Hause von Ernst Theodor Meinhold in der Großen Färbergasse 73 in Glauchau. Im Oktober 1861 beginntdie Anstellung von Karl May in der Armenschule desselben Ortes. Er stellt sich dem Lokalschulinspektor Reinhold Engelmann vor, bevor sein Unterricht um 10 Uhr beginnt.

Im Oktober 1861 erstattet Karl Mays Vermieter Ernst Theodor Meinhold Anzeige gegen ihn, da Karl May sich seiner Frau unsittlich genähert haben soll.Obwohl es keine Beweise gegen ihn gibt und Aussage gegen Aussage steht, wird Karl May Mitte Oktober 1861 aus seiner Tätigkeit an der Armenschule Glauchau entlassen. Er hat noch einmal Glück undfindet eine neue Anstellung in Altchemnitz. Er wird Lehrer an den Fabrikschulen der Firma Solbrig und Claus.

An Weihnachten 1861 reist Karl May zu seinen Eltern und nimmt die Uhr seines Mitbewohners mit. Ob er sie nun leihen wollte oder es sich tatsächlichum Diebstahl handelt, bleibt zu diesem Zeitpunkt ungewisse. Was aber ganz gewiss ist, ist, dass Karl May so arm war, dass er sich keine eigene Uhr leisten konnte. Es ging sogar soweit, dass erwährend seiner Unterrichtsstunden nicht wusste, wie spät es ist und wie lange sein Unterricht noch andauerte. Am 26. 12. 1861 wird Karl May im Hohensteiner Gasthof "Drei Schwanen" wegen dem Vorfallmit der Uhr beim Billardspiel verhaftet. Ebenfalls 1861 geht ein Brief von Heinrich May (Karl Mays Vater), an den Superintendenten Kohl in Chemnitz, um den Vorfall aufzuklären.

Im Januar 1862 kommt es zu einem erneuten Treffen von Heinrich Gotthold Münchmeyer und Karl May.

Im September 1862 kommt es zum vorläufig letzten Kapitel des "Versehens" mit der Uhr. Karl May muss eine sechswöchige Gefängnisstrafe im Gerichtsamtvon Chemnitz antreten, aus der er Ende Oktober dann wieder entlassen wird..

Wenige Tage nach seiner Haftentlassung, Anfang November 1862, meldet sich Karl May wegen seiner Musterung beim Stadtrat von Ernstthal. AnfangDezember 1862 erfährt er bei seiner Musterung in Glauchau, dass er untüchtig, also untauglich ist.

Die ersten Veröffentlichungen von Karl May erscheinen im Jahr 1863. Karl May bietet Heinrich Gotthold Münchmeyer einige Manuskripte an. Mitte 1863wird Karl May, wegen seiner verbüßten Gefängnisstrafe, aus der Liste der Schulamtskandidaten gestrichen. Anfang August 1863 brennt es in Hohenstein. Karl May ist zu dieser Zeit dort anwesend.

Es beginnt eine neue Etappe im Leben des weltbekannten Schriftstellers. Karl May hatte kein Geld, kein Dach über dem Kopf und seiner Familie wollteer auch nicht zur Last fallen. Da Not bekanntermaßen erfinderisch macht geschah das Folgende: Im Juli 1864 tritt Karl May in Penig als Dr. med. Heilig, Augenarzt und früher Militär aus Rochlitz auf.Er lässt sich neu einkleiden. Es liegt ihm jedoch fern, seine Schuld zu begleichen und er verschwindet ohne Bezahlung. Also kommt es im selben Monat zu einem Fahndungsaufruf gegen Karl May imköniglich sächsischen Gendarmerieblatt. Im August und September verbringt er seine Zeit vermutlich in Chemnitz und versucht die gestohlenen Kleidungsstücke an den Mann zu bringen. Ende November 1864taucht Karl May in Dresden und Umgebung auf. Sein vermuteter Zufluchtsort liegt in der Umgebung von Lößnitz im Erzgebirge. Im Dezember 1864 mietet sich Karl May in Chemnitz, aus Richtung Dresdenkommend, im Gasthof zum goldenen Anker ein. Er nimmt zwei miteinander verbundene Zimmer. Gleich darauf lässt sich May als Seminarlehrer Ferdinand Lohse aus Plauen wertvolle Pelzeim Geschäft eines Kürschners zeigen. Er setzt seine Überredungskunst und seinen Scharm ein und nimmt sie für seinen angeblich erkrankten Direktor zur Ansicht mit. Wieder einmal verschwindetKarl May, ohne zu bezahlen. Er flüchtet mit der Eisenbahn von Chemnitz nach Leipzig. Ende Dezember kommt es zu einem Fahndungsaufruf der Chemnitzer Stadtpolizeibehörde gegen KarlMay. Er versteckt sich mehr oder weniger bis Mitte/Ende Februar in Naußlitz, bevor er am letzten Februartag in Gohlis bei Leipzig ankommt. Er zieht ins Haus von Ernst Wilhelm Damm ein. Auf eineZeitungsannonce hin mietet Karl May eine Wohnung des Essigfabrikanten Henning. Er gibt sich als Notenstecher- und Formenstecher Hermes aus. Wieder versucht er mit seinem Trick, kostenlos an Kleidungzu kommen. Es folgen weitere Anzeigen. Ende März 1865 wird Karl May in Rosenthal verhaftet.

Seine erste Vernehmung nach seiner Verhaftung erfolgt in Leipzig. Von dort wird er an das königliche Bezirksgericht überstellt. Es gibt eineGegenüberstellung und Vernehmung auf dem Polizeiamt in Leipzig. Anfang Juni 1865 kommt es zu einer öffentlichen Verhandlung gegen Karl May vor dem Bezirksgericht in Leipzig. Er wird wegen mehrfachenBetruges zu mehr als 4 Jahren Arbeitshaus verurteilt.

Bis Mitte Juni sitzt Karl May in Leipzig in Untersuchungshaft, bis er endlich nach Zwickau in die Strafanstalt Schloss Osterstein überführt wird. Erist der Gefangene mit der Nummer 171.

1866 schreibt Karl May laut eigener Aussage Erzgebirgische Dorfgeschichten. Im Gefängnis gründet Karl May 1867 ein Musikquartett. Er wird indie 1. Disziplinarklasse versetzt. Im gleichen Jahr sucht Münchmeyer den Vater von Karl May auf. In der Adventszeit entsteht vermutlich das Weihnachtsgedicht.

Ende 1867 bis Anfang 1868 beginnt seine Isolierhaft.

1868 versucht er vergeblich, als Lehrer tätig zu werden. Es entsteht der „Offene Brief eines Gefangenen".

Im April 1868 stellt Karl May ein Gnadengesuch. Am 02. 11. 1868 wird Karl May schließlich aus der Strafanstalt Schloss Osterstein bei Zwickau miteinem Vertrauenszeugnis entlassen. Sein Vermögen beläuft sich auf ganze 13 Thaler. Er kehrt nach Ernstthal zurück.

Aber Karl May kann es nicht lassen. Im Januar 1869 stiehlt er ein Pferd. Im März wird er in Wiederau bei Mittweida gesehen. In Clausnitzbeschlagnahmt Karl May am vorvorletzten Tag vom März als vorgespielter Polizeileutnant von Wolframsdorf aus Leipzig angebliches Falschgeld und eine Uhr beim Materialwarenhändler und StrumpfwirkerCarl Friedrich Reimann in Wiederau bei Rochlitz. Er nimmt Carl Reimann von Wiederau nach Clausnitz zum Verhör mit. Bald trennt er sich von Reimann und flüchtet aus Clausnitz.

Im April/Mai 1869 kommt es zum Bruch der Beziehung mit dem Verlag H. G. Münchmeyer.

Im April 1869 schlägt Karl May erneut zu. Er beschlagnahmt 23 Thaler Courantbilletts und etwa 12 Thaler klingende Münze. Dieses Mal ist sein Opferein Seilermeister namens August Krause. Karl May flüchtet erneut und es gibt eine Anzeige seines Opfers beim Gerichtsamt in Crimmtschau. Kurz darauf lebt Karl May für wenige Tage bei seinen Eltern,bevor er nach Unkekannt verreist. Die Polizei befragt seine Eltern in der Sache. Karl May ist bereits wieder auf dem Weg nach Dresden.

In Schwarzenberg trifft Karl May seine Freundin Auguste Gräßler. Karl May unternimmt dort einen Ausflug auf den Otterstein. Dabei lernt er zweiAmerikaner mit Namen Burton kennen. Es handelt sich um zwei Brüder. Aus Leipzig schreibt Karl May einen Brief an seine Eltern.

Mit den Burton Brüdern reist Karl May nach Bremen. Die Behörden verweigern Karl May die Ausreise, wegen Passproblemen. Karl May trittgezwungenermaßen seine Heimreise von Bremerhaven über Leipzig nach Schwarzenberg an. Danach hielt er sich wohl bis Pfingsten bei seinen Eltern auf.

Ab Ende Mai findet man Karl May bei seinem Paten Christian Weisspflog. Dieser übergibt ihm einige Sachen zum persönlichen Gebrauch. Es folgt einweiterer Zufluchtsort bei seiner Schwester Caroline Selbmann in Ernstthal, bevor er in die so genannte Karl-May-Höhle aufbricht. Karl May sucht in der Eisenhöhle ein Versteck vor seinen Verfolgern.Nebenbei begeht er noch schnell einen Diebstahl bei einem Schmiedemeister. So geht es dann immer weiter. Karl Mays nächster Diebstahl besteht aus 5 Billardkugeln, die er in Chemnitz für 5 Talerveräußert. Sein Pate Weisspflog sieht sich Anfang Juni, um nicht gerichtlich wegen der an Karl May überlassenen Gegenstände belangt zu werden, gezwungen, gegen sein Patenkind Anzeige wegen Diebstahlzu erstatten. Die gestohlenen Gegenstände sollen ein Kinderwagen, eine Schirmlampe, zwei Geldtaschen und zwei Bunde mit Dietrichen sein. Auf der Flucht stiehlt Karl May mal wieder ein Pferd samtTrense und Reitpeitsche aus dem Stall eines Gasthofes. Das Pferd bietet Karl May kurz darauf in Remse zum Verkauf an. Hier verlässt ihn allerdings langsam sein Glück. Als der Eigentümer des Pferdesbei den Verkaufsverhandlungen auftaucht, muss Karl May das Weite suchen und fliehen.

Mitte Juni 1869 gibt sich Karl May wieder als Falschgeldfahnder aus und beschlagnahmt kleinere Summen. So schickt er zum Beispiel einen Bäcker unddessen drei Söhne wegen einer angeblichen Erbschaft nach Glauchau. Bei dessen in Mülsen St. Jakob zurückgebliebener Ehefrau beschlagnahmt Karl May in der Zwischenzeit angebliches Falschgeld. Es zeigtsich bei diesen mehr oder weniger kleinen Betrügereien, dass die Beute oft so minimal ist, dass sie in keinerlei Verhältnis zu dem Aufwand steht, den Karl May betreibt. Die angeblichen odervielleicht auch tatsächlichen Diebstähle, die Karl May begangen haben soll, oder begangen hat, nehmen immer kuriosere Formen an. In Hohenstein wird der Diebstahl eines Handtuches aus dem Kegelhausdes Restaurateurs Engelhard angezeigt.

Es kam, wie es kommen musste und in der Nacht vom 02.07. auf den 03. 07. 1869 wird Karl May festgenommen und in das Gerichtsamt Hohenstein gebracht.Das auf den Namen Karl May ausgestellte Schriftstück mit der Erlaubnis zur Falschgeldsuche wird Anfang Juli beschlagnahmt. Von dort wird er an das Bezirksgericht in Mittweida verfrachtet. InMittweida wird Karl May vom Staatsanwalt verhört. Es kommt zu mehreren Zeugenvernehmungen und Gegenüberstellungen. Es kommt sogar zu einer Hausdurchsuchung bei seiner Freundin Auguste Gräßler, wasKarl May mehr als nur unangenehm gewesen sein dürfte.

Karl May soll verlegt werden. Unglaublich aber wahr: Er zerbricht auf dem Wege von St. Egydien nach Bräunsdorf die eiserne Bretze, eine ArtHandschellen, und entkommt. Mehrere geplante Gegenüberstellungen können somit nicht vorgenommen werden. Nach seiner Flucht hält sich Karl May hauptsächlich in der so genanntenKarl-May-Höhle auf. Bei der Veröffentlichung seiner Personenbeschreibung im königlich sächsischen Gendamerienblatt wird behauptet: "Er ist mit Tripperkrankheit behaftet."

Immer wieder wird Karl May von Zeugen in der Umgebung von Ernstthal gesichtet und beobachtet. In der Zeit vom 06. auf den 07. 08. 1869 sucht diePolizei Karl May in den Hohensteiner Wäldern. 25 Gendarmen, Polizeimannschaften der Umgebung, sind an der Suchaktion beteiligt. In den nächsten Tagen kommt zu den Suchmannschaften der Polizei dieTurnfeuerwehr hinzu. Sie durchsuchen erneut die Hohensteiner Wälder nach dem flüchtigen Karl May.

Im August/September 1869 besucht Karl May möglicherweise Malwine Wadenbach in Siegelsdorf. Bis Mitte November 1869 hält sich Karl May vielleicht beiEmil Wettig auf.

Ende November 1869 soll Karl May in Plößnitz bei Hallo (Saale) sein. Er stellt sich Ende November Alwine Wadenbach als deren Verwandter und alsnatürlicher Sohn des Prinzen von Waldenburg vor. Im Dezember 1869 hält er sich dann unter Umständen im Fürstentum Coburg-Gotha auf und zu Weihnachten möglicherweise in Falkenau.

Es beginnt das Jahr 1870. Karl May schreibt laut eigener Aussage an Winnetou. Ob es sich dabei um eine Vermischung seiner Fantasie mit der Realitäthandelt, oder ob er tatsächlich an jemanden schrieb ist nicht bewiesen.

Am 04. 01. 1870 hat Karl Mays Flucht ein Ende. Er wird in einer Scheune in Niederalgersdorf verhaftet. Als man ihn nach seinem Namen befragt,antwortet er mit Albin Wadenbach.

Nach seiner Festnahme in Niederalgersdorf transportiert die Polizei Karl May nach Tetschen zum k. und k. Bezirksgericht. Er muss vor dem k. und k.Bezirksgericht Bensen aussagen. Eine Fotografie von Karl May wird zur Identifikation an die sächsische Polizei geschickt.

Das Bezirksgericht Tetschen bittet die Polizeidirektion Dresden um Mithilfe in der Causa Karl May. Aufgrund des Fotos wird der angebliche AlbinWadenbach identifiziert. In einem Telegramm der Dresdner Staatsanwaltschaft nach Tetschen steht geschrieben: "Carl Friedrich May [...] ein sehr gefährlicher Verbrecher".

Karl May schreibt als Albin Wadenbach einen Brief an die Firma Plaut & Comp. in Leipzig.

Karl May schreibt als Albin Wadenbach einen Brief an Emil Wettig in Ellersleben bei Cölleda.

Mitte April 1870 kommt es zur Hauptverhandlung und zur Verurteilung gegen Karl May durch das königliche Bezirksgericht Mittweida. Urteil: vier JahreZuchthaus.

Anfang Mai 1870 wird Karl May in das Zuchthaus von Waldheim eingeliefert. Er bekommt wieder eine Häftlingsnummer. Dieses Mal istes die Nummer 402. Karl May wird in der Zigarrenherstellung eingesetzt und der 3. Disziplinarklasse zugeordnet.

Mitte Mai 1870 verfasst Karl Mays Anwalt ein Berufungsschreiben.

Das erstinstanzliche Urteil durch das Königlich Sächsische Oberappellationsgericht in Dresden wird bestätigt.

Mitte 1870 bis Mitte 1871 sitzt Karl May in Waldheim für ein Jahr in Isolierhaft.

Bis spätestens Ende 1870 entsteht das Werk Ange et diable.

Ende 1871/Anfang 1872 wird Karl May in Waldheim in die 2. Disziplinarklasse versetzt.

Im Frühjahr 1872 reicht Karl May ein Gnadengesuch ein, welches abgelehnt wird.

1873 ist Karl May weiterhin in Waldheim interniert. Wieder wird er musikalisch tätig und wirkt im Bläserkorps mit. Im Frühjahr 1873 beginnt er seineArbeit in der Gefangenenbibliothek in Waldheim. Als 1874 in der Gefangenenbibliothek ein verschmutztes Buch zurückgegeben wird, kommt es zur Prüfung aller Bücher in der Bibliothek. Die Gefangenen Mayund Hering werden wegen des verschmutzten Buches befragt. Diese Befragung bedeutet das Ende seiner Arbeit in der Gefangenenbibliothek. Die Anstaltsdirektion in Waldheim schreibt imApril 1874 an das Pfarramt in Ernstthal. Es kommt zu einer Entscheidung der Kreisdirektion über die Polizeiaufsicht. Am 02. 05. 1874 wir Karl May aus dem Zuchthaus in Waldheim entlassen. Der Vermerkin den Entlassungspapieren lautet: Will nach Amerika auswandern.

Nach seiner Entlassung steht Karl May zwei Jahre lang unter Polizeiaufsicht. Nach der Entlassung verliert er seine bürgerlichen Ehrenrechte, die ererst 1884 wieder erhielt.

Karl May beantragt beim Bürgermeister von Ernstthal einen Auslandspass.

Zwischen Mai 1874 und März 1875 entsteht: Hinter den Mauern

Kurz vor Weihnachten 1874 lernt Karl May die Strumpfwirkerfamilie Vogel und deren älteste Tochter Marie Thekla Vogel kennen.

1875 kommt es zu einer Klage gegen den Verlag Münchmeyer wegen der Veröffentlichung angeblich unsittlicher Bücher. Karl May hält sich von Mai 1874bis März 1875 überwiegend in Ernstthal auf. Anfang März 1875 besuchen Heinrich Gotthold und Friedrich Louis Münchmeyer Karl May in Ernstthal. H. G. Münchmeyer macht ihm das Angebot, für ihn alsRedakteur tätig zu werden. Sein Gehalt soll 600 Thaler jährlich und wenn er sich bewährt dann sogar 1200 Thaler betragen.

Im März 1875 zieht es Karl May für einige Wochen nach Dresden. Im Anschluss daran wohnt er wieder in Ernstthal. Als er wieder nach Dresden möchte,kommt es zu einer Aussage eines Ernstthaler Gendameriebrigadiers bei der Dresdener Kriminalpolizei, weswegen Karl May durch eine Verfügung der Polizei von Dresden kurze Zeit später aus der Stadtausgewiesen wird. Ende März 1875 fällt die endgültige Entscheidung über Karl Mays Ausweisung aus Dresden. Er erhält eine Frist von drei Tagen, um wieder nach Ernstthal zurückzukehren. Karl May lebtdann wohl oder übel erneut in Ernstthal.

Es entsteht das Gedicht: Rückblicke eines Veteranen am Geburtstage Sr. Majestät des Königs Albert von Sachsen. Es wird im April 1875veröffentlicht.

Ab April 1875 entstehen Die Geographischen Predigten in Ernstthal.

Im Mai 1875 erweitert und veröffentlicht Karl May die Erzählung Wanda

Im August 1875 wandert Karl May wieder nach Dresden aus. Es wird vermutet, dass Marie Thekla Vogel Karl May nach Dresden folgt und in die Dienste desMünchmeyer-Verlages eintritt. Es besteht der Verdacht, dass Marie Thekla Vogel von Karl May eingestellt wird.

Die Erzählung Der Gitano entsteht.

In der Woche vom 18. 10. 1875 bis 24. 10. 1875 tritt Winnetou das erste Mal in der Erzählung Old Firehand auf.

An Weihnachten 1875 schenkt Pauline Münchmeyer Karl May ein Klavier. Er siedelt gegen Ende des Jahres in das Haus des Münchmeyer-Verlags im Jagdweg14 in Dresden.

1876 besucht Karl May seine Eltern in Ernstthal. Im Gegenzug macht sein Vater einen zweiwöchigen Besuch bei ihm in Dresden.

Es gibt 1876 eine Klage gegen Karl May wegen angeblich unsittlicher von ihm geschriebener Bücher. Er stellt in diesem Jahr eine Punktiererin ein.Helene Ottilie Vogel wird am 26. 03. 1876 als Tochter von Maria Thekla Vogel geboren. Der Vater könnte durchaus Karl May gewesen sein.

Im Mai 1876 läuft endlich seine zweijährige Polizeiaufsicht, die nach der Haft gegen ihn erlassen wurde, ab. Er bekommt sämtliche seiner Bürgerrechtezurück. Im Sommer 1876 will es das Schicksal, das Karl May seine erste Ehefrau Emma Pollmer kennenlernt.

Der Verleger Hermann Schönlein honoriert Karl Mays Erzählung Ausgeräuchert mit 64,25 Mark.

Maria Thekla Vogel heiratet im Oktober 1876 den Strumpfwirker und Bleicher Friedrich Hermann Albani.

Karl May fängt im Oktober 1876 mit der Niederschrift von Der beiden Quitzows letzte Fahrten an. Im selben Monat kündigt Karl May seineStellung als Redakteur beim Münchmeyer Verlag.

Emma und Karl May verbringen die Weihnachtsfeiertage 1876 in Hohenstein.

Spätestens Mitte Februar 1877 legt Karl May seinen Dienst beim Verlag Münchmeyer nieder.

Er beendet das Skript von Der beiden Quitzows letzte Fahrten.

Ab Februar 1877 arbeitet Karl May als freier Schriftsteller. Für neun Erzählungen bekommt er ein entsprechendes Honorar. Er übersiedelt in diePillnitzer Straße 72 in Dresden.

Im Mai 1877 zieht Emma Pollmer nach Dresden. In diesem Monat wird vom Landesgericht Wien das Buch der Liebe in Österreich verboten. Im Maientschließen sich Karl May und Emma Pollmer, zu heiraten.

In einem Brief an Peter Rosegger im Juli 1877 bietet Karl May ihm den Text Die Rose von Kahira an. Anfang Juli muss sich Karl May Geld vonHermann Vogel leihen. Anfang Oktober muss er sich schon wieder Geld leihen. Er bekommt es vom Restaurateur Herman Louis Vogel. Leider will er das Geld nicht zurückzahlen und wird deswegen MitteNovember 1891 verklagt werden.

Die Korrespondenz zwischen Peter Rosegger und Karl May nimmt zu. Karl May bietet Rosegger Eine Dorfgeschichte und einen Roman Im fernenWesten, bei dem es sich um die überarbeitete Version von Old Firehand handelt, an.

Erst Anfang 1878 beziehen Karl May und Emma ihre erste gemeinsame Wohnung. Er scheidet aus dem Verlag von Bruno Radelli aus. Karl May schreibt lauteigenen Aussagen vermehrt an Wüstenromanen.

Anfang 1879 trennen Karl May und Emma sich vorübergehend.

Karl May wird im Januar durch das Amtsgericht Stollberg zu drei Wochen Haft verurteilt.

In den kommenden Monaten zieht er wieder zu seinen Eltern. Am 01. 06. 1879 erhält Karl May einen Brief vom Verlag Pustet. Anfang Juli 1879 schicktKarl May ein Gnadengesuch an den sächsischen König und einen Monat später einen an das Gerichtsamt in Stollberg.

Im August 1879 beginnt Karl May mit der Arbeit an Zepter und Hammer.

Bei einer Vorladung vor das Gericht Stollberg Ende August erfährt Karl May, dass sein Gnadengesuch abgelehnt wurde. Er beantragt eine Frist von achtTagen bis zum Antritt der Haft, um für literarische Arbeiten noch Bücher zu beschaffen zu können.

Am 01. 09. 1879 tritt Karl May in Hohenstein-Ernstthal seine dreiwöchige Haft im Gefängnis an. Er wird am 22. 09. 1879 entlassen.

Venanz Müller ein Redakteur vom Hausschatz schreibt Karl May einen Brief.

Zu Beginn des Jahres 1880 wird das Aufgebot zur Heirat von Karl May und Emma Pollmer im Laufe des Jahres amtlich festgelegt. Am 19. 02. 1880bestellen die beiden das Aufgebot.

Ende Juli 1880 vollendet Karl May seinen Roman Zepter und Hammer.

Sein neues Projekt, welches er sofort darauf startet, nennt sich Die Juweleninsel.

Karl May und Emma Pollmer heiraten am 17. 08. 1880 standesamtlich. Trauzeuge ist Julius Ferdinand Schöne. Am 12. 09. 1880 wird kirchlichgeheiratet.

1881 arbeitet Karl May an verschiedenen Manuskripten.

Karl May und der Verlag Münchmeyer schließen im Spätsommer 1882 einen Kontrakt über einen Kolportageroman. Er soll den Titel Das Waldröschentragen.

Karl May beginnt im September tatsächlich mit den Schreibarbeiten am Waldröschen.

Im Mai 1883 tritt Wilhelm Spemann mit Plänen für eine Buchausgabe an Karl May heran.

Am 01. Juni 1883 kommt es erwartungsgemäß zu einem Vertragsabschluss zwischen May und Spemann für eine Buchausgabe der Werke von Karl May.

Mit Münchmeyer vereinbart Karl May im Sommer dagegen die Veröffentlichung weiterer Kolportageromane.

Im September 1883 beginnt Karl May mit Die Liebe des Ulanen.

Im Mai 1884 in Dresden, nach 10 Jahren, erhält Karl May seine bürgerlichen Ehrenrechte zurück.

Im August 1884 schließt Karl May seine Arbeiten am Waldröschen ab.

Bereits im September stürzt er sich mit Enthusiasmus auf sein neues Werk: Der verlorene Sohn

Karl May bekommt einen Brief von Joseph Kürschner.

Im November tritt Pustet mit Plänen für eine Buchausgabe an Karl May heran.

Karl May antwortet auf den Brief von Joseph Kürschner. Es folgen mehrere Briefe.

Anfang April 1885 reisen Karl May und seine Frau Emma nach Ernstthal zu seiner im Sterben liegenden Mutter. Sie stirbt am 15. 04. 1885.

Erst Ende Juli 1885 setzt Karl May seine Geschichte Der letzte Ritt fort.

In der 1. Septemberhälfte 1885 beendet er den Roman Die Liebe der Ulanen.

1886: Karl May schreibt und schreibt und schreibt, z. Bsp.: Der Sohn des Bärenjägers,

Ibn el 'amm, usw.

1887 macht Karl May eine Reise nach Moritzburg. Er trifft dort auf einen Herrn Nehse.

Karl May schreibt und schreibt und schreibt, z. Bsp.: Prairiebrand-Skizze

Karl May zieht wieder einmal um.

Anfang April 1887 legt August Walther, Faktotum des Münchmeyer-Verlages, Karl May einen mit 03. 04. 1887 datierten Revers vor, mit dem dieser alleRechte an den Kolportageromanen abtreten soll.

Mitte April 1887 entsteht Das Hamail

Anfang Mai 1887 entsteht Ein Phi-Phob

Anfang August 1887 beginnt Karl May mit dem Roman Durch das Land der Skipetaren.

Anfang September 1887 wird der Schlussteil vom Der Sohn des Bärenjägers verfasst.

Ebenfalls im September 1887 beendet Karl May vermutlich den Roman Deutsche Herzen, Deutsche Helden.

Mitte September 1887 erhält Wilhelm Spemann den Anfang von Kong-Kheou, das Ehrenwort.

Ende September 1887 fängt Karl May mit dem nicht von vornherein geplanten Schlusskapitel von Deutsche Herzen, Deutsche Helden an.

Oktober 1887: Maghreb-el-aksa entsteht.

Ende November 1887 – endlich beendet er das Schlusskapitel von Deutsche Herzen, Deutsche Helden.

1888 klagt Johann August Nitsche gegen Karl May.

Mitte Januar 1888 beginnt Karl May mit: Der Geist des Llano estakado

An dieser Stelle werde ich mit der Aufzählung, wann und wo und wie Karl May welche seiner Skripte, Texte, Romane, Gedichte und sonstige Artikelveröffentlicht hat enden.

Jeder weiß, dass Karl May unendlich viel geschrieben hat. Es soll auf den kommenden Seiten nur mehr auf wirklich wichtige, einschneidende Erlebnisseund Geschehnisse in Karl Mays Leben eingegangen werden.

1888 Karl May schreibt und schreibt und schreibt und veröffentlicht ein Stück nach dem anderen.

Interessant ist zu erwähnen, dass sein Dienstmädchen Alma Eulitz gegen Karl May klagt. Es kommt ein neues.

Im Juli 1888 verbringt Karl May einige Wochen in Ossiach, am Ossiacher See, in Kärnten.

Im September 1888 stirbt Karl Mays Vater in Ernstthal.

Am ersten Oktober zieht Karl May um in die Villa Idylle in Kötzschenbroda.

Am 01. 12. 1888 schließt Karl May einen Vertrag mit dem Stuttgarter Union-Verlag über die Abtretung der Rechte an den für Spemann geschriebenenWerken.

Am 18. 12. 1888 unterzeichnet Karl May einen Vertrag mit Wilhelm Spemann über die Buchausgabe der Erzählungen seit einschließlich Kong-Kheou.

1889 erscheint im Laufe des Jahres das erste Porträt von Karl May.

Es kommt zu einer Klage der Freifrau Alma von Wagner gegen Karl May.

Es kommt zu einer Klage des Gastwirtes Karl Dankegott Leuschner gegen Karl May.

Es kommt zu einer Klage der Weinhandlung A. Stiebitz & Co. Gegen Karl May.

Karl May schreibt an folgenden Werken: Die Sklavenkarawane, El Sendador, Der Schatz im Silbersee, Im Mistake-Cannon, Die Rache des Mormonen, AmKai-p'a, Das Vermächtnis des Inka.

1890 oder 1891 ergeht eine Zahlungsklage gegen Karl May.

In diesem Jahr liegt es im Bereich des Möglichen, das Karl May eine Show mit Buffalo Bill besucht, mit dem es in den nächsten Jahren zu einem Treffenkommt.

Karl May zieht mal wieder in eine andere Wohnung. Beginn des Mietverhältnisses für die Villa Agnes in Oberlößnitz.

Im November 1891 begegnet Karl May zum ersten Mal Friedrich Ernst Fehsenfeld.

Es kommt zu einer Klage des Restaurateurs Herman Louis Vogel gegen Karl May. Es geht um den Betrag von 50 Mark.

Mitte November wird ein Vertrag zwischen May und Fehsenfeld über die Buchausgabe seiner Werke geschlossen.

Es kommt zu einer Klage von Moritz Lilie gegen Karl May. Diese Klage wird von Lilie später allerdings zurückgenommen. Der vermutliche Grund der Klagewaren verleumderische Beleidigungen.

Am 06. 04. 1892 stirbt H. G. Münchmeyer stirbt in Davos.

Der Verlag Cordier in Heiligenstadt nimmt Kontakt zu Karl May auf.

Ende Dezember 1892 wird ein Vertragsentwurf mit dem Verlag Bardtenschlager ausgearbeitet.

Anfang 1893: Der Vertrag mit dem Verlag Bardtenschlager steht.

Im Sommer 1893 besuchen Karl und Emma May zum ersten Mal das Ehepaar Fehsenfeld in Freiburg. Sie verbringen 14 Tage bei den Fehsenfelds. Anschließendbrechen sie zu einer gemeinsamen Weiterreise in die Schweiz auf.

Karl May schreibt 1893 an folgenden Werken: Im Reiche des silbernen Löwen, Freuden und Leiden eines Vielgelesenen.

Im Februar 1894 erkrankt Karl May an einer schweren Grippe mit Rippenfellentzündung.

Im Oktober 1894 folgen Karl und Emma May einer Einladung von Pauline Münchmeyer zum Mittagessen. Es wird über die Rechnungslegung der für den VerlagMünchmeyer geschriebenen Romane gesprochen.

May beendet 1894 die Arbeit an Old Surehand I.

Pauline Münchmeyer bittet Karl May Ende November 1894, einen weiteren Kolportageroman zu schreiben.

May lernt Emma Fuchs, die Frau eines Büchsenmachers kennen. Dieser wird für ihn mehrere Waffen anfertigen, die auch in seinen Romanen vorkommen.

Am 30. 12. 1895 kauft Karl May das Anwesen Kirchstraße 5 in Radebeul für 37.300 Mark. Es wird Villa Shatterhand genannt werden.

Ab Anfang 1896 beginnt Karl May in der Villa Shatterhand mit spiritistischen Sitzungen. Karl May lässt beim Dresdener Büchsenmacher einen Bärentöterund eine Silberbüchse anfertigen.

Karl May schreibt an folgenden Werken: Freuden und Leiden eines Vielgelesenen,

1897 arbeitet Karl May an diesen Manuskripten: Im Reiche des silbernen Löwen, Weihnacht.

In diesem Jahr unternimmt Karl May mit seiner Frau Emma zahlreiche Reisen kreuz und quer durch Deutschland.

1898 entsteht das vierte und letzte Mariengedicht.

Carl Jung jr. besucht Karl May im Frühjahr in Radebeul und begleitet ihn später nach Prag.

Danach folgt ein fünfwöchiger Aufenthalt in Wien. Karl May trifft während seines Wienaufenthaltes den Grafen Jankovics.

Anfang Mai 1898 kommt es zu einer Befragung Karl Mays durch die Gartower Polizei, wegen seiner Neigung großzügige Trinkgelder zu geben.

Karl May schreibt im Spätsommer 1898 an Am Jenseits in Kirchheim unter Teck.

Ein Hochstapler gibt sich in Dresden als Karl May aus und wird verhaftet.

Im Oktober 1898 schließt Karl May einen Vertrag mit Josef Richard Vilimek.

Karl May im Jahre 1899. Im März 1899 wird der Münchmeyer-Verlag verkauft. Pauline Münchmeyer verkauft den Münchmeyer-Verlag für 175.000,- Mark anAdalbert Fischer.

Karl May schreibt an folgenden Romanen: Am Jenseits

Das Ehepaar May unternimmt zahlreiche Reisen in die Schweiz, Italien und Frankreich und sogar Ägypten. In der Nähe von Kairo gönnen sie sich einenRitt durch die Wüste. Ihr Aufenthalt in Ägypten zieht sich über längere Zeit hin. Sie lernen Land und Leute kennen.

Von Ägypten aus geht die Reise über Beirut in den Nahen Osten. Das Ehepaar verbringt mehrere Wochen in Jerusalem. Von dort geht die Reise weiter. ImOktober treffen Karl und Emma May in Colombo auf Ceylon ein. Von dort geht es weiter an den Golf von Bengalen.

Anfang November befinden sie sich vor der Küste von Sumatra. An Weihnachten 1899 treffen Karl und Emma in Marseille ein.

1900 befinden sich Karl und Emma May immer noch auf Ihrer großen Orientreise. Im ersten Drittel dieses Jahres sind sie in Kairo und im Mittelmeerraumunterwegs. Danach geht es nach Jerusalem und Damaskus in Syrien. Die nächste Destination nach Syrien ist Beirut. Von hier wird Zypern, dann Samos und das Ägäische Meer angesteuert. Das Ehepaar Mayist in dieser ganzen Zeit mit dem Ehepaar Plöhn unterwegs. Nächster Stopp ist Istanbul und damit die Türkei. Hier besichtigt Karl May die Hagia Sophia und besucht die tanzenden Derwische in Istanbul.Ebenfalls erwähnenswert ist ein Ausflug nach Rumeli Kawak und zum Friedhof Ejub. Anfang Juli 1900 trifft Karl May und Anhang in Athen ein. Mitte des Monats erfolgt die Abreise nach Korinth, Patrasund Korfu. Nächstes Ziel von dort ist Brindisi und dann Ancona und Bologna. Weitere Etappen sind Venedig, Verona und Bozen. Karl May nähert sich langsam wieder seiner Heimat. Von Bozen geht es nachMünchen. Ende Juli, Anfang August trifft das Ehepaar wieder in Radebeul ein, was das Ende der Orientreise bedeutet.

Josef Richard Vilimek will Karl May besuchen. Er wird jedoch nicht in das Haus gelassen.

Anfang November 1900 Bruch mit dem Kölner Verlag Bachem. Kurz vor Weihnachten 1900 besucht Karl May zusammen mit seiner Gattin Marie Hannes in Berlinim Krankenhaus.

1901 arbeitet Karl May an den Texten zu: Et in terra pax

1902 kauft sich Karl May einen Henrystutzen.

Karl May hält sich im Laufe des Jahres in Linz auf und vernichtet gemeinsam mit Nunwarz alle 101 fotografischen Platten, die ihn zeigten. Er wirftsie in die Donau.

Karl May arbeitet am Drama Weib und am Band 28 und 29.

Karl Mays Rechtsanwalt Bernstein reicht Klage gegen Pauline Münchmeyer beim Landgericht Dresden ein. Pauline Münchmeyer erhält die von Karl Mayeingereichte Klage am 12. 03. 1902.

Karl May reist in diesem Jahr sehr viel durch Deutschland. Karl Mays Dresdener Anwalt Merkel reicht die Scheidungsklage ein. Karl May lässt sich vonseiner Frau Emma scheiden. Am 29. 08. 1902 willigt Emma May in die Ehescheidung ein. Am 03. 09. 1902 in Radebeul schreibt Karl May sein erstes Testament.

Ebenfalls entstehen 1902 die Fragmente der Mappe Wüste, das Fragment Die Schetana und das Fragment Auf derReise.

1903 im Januar gibt es, Überraschung, mal wieder eine Klage gegen Karl May, diesmal wegen Beleidigung. Am 14. 01. 1903 werden Karl und Emma Maygeschieden. Endgültig rechtskräftig wird die Scheidung Anfang März 1903.

Schon am 30. 03. 1903 heiratet Karl May Klara Plöhn, die inzwischen verwitwet ist. Nach der Heirat wird die Villa Shatterhand umgestaltet. Karl Mayentwirft: Erzgebirgische Dorfgeschichten, arbeitet an Vollendung von Band 29, beginnt mit dem Buch: Und Friede auf Erden,

Im August 1903 untersagt Karl May seiner Ex-Frau Emma das Tragen des Namens May.

Im November 1903 erkrankt Karl May schwer.

1904 gibt es, und wieder Überraschung, eine Klage gegen Karl May, wegen Beleidigung.

In diesem Jahr entwickelt Karl May die ersten Ideen für die Titelbilder von Sascha Schneider, den er Anfang März 1904 besucht. Sascha Schneiderschickt den ersten Entwurf des Titelbildes von Und Friede auf Erden! an May. Karl May vollendet den Roman in diesem Jahr. Im April veröffentlicht Karl May den Text Weltall - Menschheit -Krieg anonym in einer Temesvárer Zeitung. Karl May verbringt in diesem Jahr einige Zeit in Österreich.

Im Laufe des Jahres 1905 hält sich Karl May mit Klara in Ossiach am See in Kärnten auf und stiftet zwei Kirchenfenster für die dortige Stiftskirche.Karl May war immer ein sehr gläubiger Mensch, was in seinen Büchern deutlich herauszulesen ist. Religion war eines seiner zentralen Themen. Am 15. 10. 1905 besucht Karl May einen Vortrag von Berthavon Suttner in Dresden. Er schickt ihr am 17. Oktober einen Brief, welchen sie ihm am 22. 10. 1905 beantwortet. Karl May vollendet Babel und Bibel.

Karl May beginnt mit der Arbeit an: Kyros

1907 wird Mein Glaubensbekenntnis veröffentlicht. Der 4. Kunstbrief wird geschrieben und der 5. Kunstbrief wirdgeschrieben. Der 6. Kunstbrief wird geschrieben. Ab Mitte des Jahres ist Karl May in Bad Salzbrunn auf Kur. Hier beginnt er mit regelmäßigen Theaterbesuchen. DieKorrespondenz zwischen Karl May und Peter Rosegger vertieft sich wieder. Anfang November 1907 bricht Karl May zusammen. Die Durchsuchung seiner Villa Shatterhand wird durch einen Untersuchungsrichterveranlasst. Karl May muss wenige Tage später vor dem königlichen Landgericht Dresden aussagen. Es wird sogar eine Briefsperre über Karl May verhängt. Karl May wird nach seinem Zusammenbruchmedizinisch betreut.

Emma May muss vor Gericht über ihren Ex-Mann aussagen. Dieser schließt das Manuskript: Frau Pollmer, eine psychologische Studie, ab.

Er schreibt des Weiteren an: Mir

Im März 1908 schreibt Karl May sein zweites und auch letztes Testament.

Ende Mai entsteht die erste Fassung von Meine Beichte. Anfang Juli entsteht die zweite Fassung von Meine Beichte.

Am 31. 08. 1908 beginnt Karl May wohl eines seiner größten Abenteuer, wenn nicht das für ihn größte Abenteuer überhaupt. Bis jetzt fanden seineReisen auf dem nordamerikanischen Kontinent in seinem Kopf statt. Jetzt bricht er selbst zu einer solchen Reise in die neue Welt auf. Am 31. 08. 1908 startet Karl May von Dresden über Leipzig zuseiner großen USA-Reise. Anfang September: Bremerhaven. Die Überfahrt nach New York mit dem Schiff, es ist der Dampfer Großer Kurfürst, dauert sieben Tage. Ende September erreicht Karl Maydie Niagarafälle. In den USA entsteht auch Karl Mays erstes und einziges Bild mit Indianern. Von den Niagarafällen geht es weiter nach Lawrence in Massachusetts. Hier hält Karl May einen Vortrag zumThema Menschheitsfragen: "Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir?" Seine Amerikareise endet allerdings schon wieder im Oktober. Für Karl May war es mehr oder weniger nur ein Kurztrip in dasLand, von dem er so viel schrieb und in der Tat nur so wenig sah.

Am 06. 07. 1909 wird die letzte Manuskriptsendung für den Mir von Dschinnistan an den Deutschen Hausschatz geschickt.

Geplanter Beginn der Niederschrift von Winnetou IV. Der Beginn verschob sich auf Anfang September 1909. Karl May arbeitet zügig an denManuskriptsendungen zu diesem Buch.

Ebenfalls im September schließt Karl May Ardistan und Dschinnistan II ab.

Im Januar 1910 fängt Karl May damit an, Mein Leben und Streben zu verfassen.

Ebenfalls im Januar 1910 trifft Karl May mit Theodor Heuss zu einem Gespräch zusammen.

Karl May arbeitet fleißig weiter an Winnetou IV.

Wie in vielen der vorhergehenden Jahre ist Karl May damit beschäftigt, zu verklagen und verklagt zu werden. Er selbst klagt hauptsächlich gegen seineVerleger und wird oft selbst von diesen wegen Beleidigungen verklagt. Irgendwie hat man so das Gefühl, dass dieses Hin- und Her, zwischen dem Schriftsteller und dem Marktplatz für seine Bücher zuKarl Mays Leben gehörten, wie Salz in die Suppe gehört. Manchmal allerdings dürfte die Suppe von Karl May durchaus ziemlich salzig geschmeckt haben und manchmal wäre es ihm bestimmt lieber gewesen,wenn er gar kein Salz in der Suppe gehabt hätte. Ende März 1910 wird die Fertigstellung von Winnetou IV bekannt gegeben.

Bericht im Prager Tagblatt, welches titelt: "Karl May entlarvt. Der Schriftsteller Karl May als Räuber, Dieb, Beträger, Fälscher und Plagiatorgerichtlich festgestellt".

Bericht in den Dresdener Nachrichten welche schreiben: "Neueste Drahtmeldung vom 12. April. Beleidigungsprozess von Karl May".

Bericht in der Bohemia aus Prag, welche titelt: "Karl May - Räuberhauptmann".

Bericht im Prager Tagblatt unter dem Titel: "Karl May gerichtet".

Bericht in der Berliner Morgenpost mit der Überschrift: "Karl May - Räuberromantik des Räuberhauptmanns a. D.".

Artikel im Hamburger Fremdenblatt: "Erledigung Karl Mays".

Kurz vor dem 15. 04. 1910 beendet Karl May Winnetou IV.

Das ganze Jahr über ist Karl May wieder mehr oder weniger viel auf Reisen in Deutschland unterwegs. Wenn er nicht, wie schon oben erwähnt, geradedabei ist, sich um Klagen und Gerichts-, Anwaltstermine zu kümmern.

Der Verkauf von Mein Leben und Streben wird durch einstweilige Verfügung des Amtsgerichts Freiburg auf Antrag von Rudolf Lebius verboten. AmHeiligen Abend, den 24. 12. 1910 erkrankt Karl May an einer Lungenentzündung.

1911 spendet Karl May im Laufe des Jahres eine ansehnliche Summe für den Bau einer Turnhalle in Hohenstein-Ernstthal. Die Spende wird abgewiesen. Dieeinstweilige Verfügung zum Verbot des Verkaufs von Mein Leben und Streben wird Ende Februar 1911 in ein endgültiges Verbot umgewandelt. Erst gegen Ende Februar 1911 klingt dieLungenentzündung von Karl May langsam ab. Im Juli 1911 ist Karl May am Bodensee zu finden. Er besucht am 26. Juli Lindau. Unterdessen geht die Flut von Klagen, die gegen ihn laufen und die Flut vonKlagen, die von ihm selbst ausgehen immer weiter.

Nach dem 19. 12. 1911 erkrankt Karl May erneut an einer schweren Lungenentzündung.

Am 22. 12. 1911 kommt es endlich zu einem Urteil des Landgerichts Berlin im Münchmeyer-Prozess. Pauline Münchmeyer wird zu einer Zahlung von 60.000Mark an Karl May verdonnert.

Im März 1912 besucht Bertha von Suttner das Ehepaar May im Hotel Krantz in Wien.

Am 30. 03. 1912, es ist in Radebeul-Dresden: Karl May bittet seine Frau am Morgen, ein Zimmer in der Pension Belvedere für einen Kuraufenthalt in BadSalzbrunn zu bestellen.

Karl May stirbt am 30. 03. 1912 in seinem Haus. Er wird auf dem Radebeuler Friedhof beigesetzt.

Selbst nach seinem Tot laufen Klagen gegen ihn weiter, die allerdings nach und nach eingestellt werden. Am 25. 07. 1912 wird die 2. Auflage vonMein Leben und Streben erscheinen.

Am 01. 07. 1913 kommt es zur Gründung des Karl-May-Verlages. E. A. Schmid wird Mitinhaber und alleiniger Leiter. Weitere Inhaber sind Fehsenfeld undKlara May.

Im Dezember 1913 vermacht Klara May das gesamte von Karl May ererbte Vermögen der Karl-May-Stiftung. 1926 vermacht Klara May auch ihr gesamtesVermögen durch Erbvertrag der Karl-May-Stiftung.

Klara May stirbt am 31. 12. 1944.

1969 wird die Karl-May-Gesellschaft in Hannover ins Leben gerufen.

(Copyright by Ralph Reichart August 2009.)