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Ralph Reichart - Schriftsteller Aus dem Regenbogen

Ralph Reichart


Geboren bin ich 1970 in Graz. Laut Augenzeugenberichten wäre ich beinahe am 17.07.1970 auf die Welt gekommen. Hat aber nicht ganz geklappt. Habe dieses Datum leider um ca. 20 Minuten verpasst.

Da mein Erscheinen kurz nach Mitternacht vonstatten ging, gab es logischerweise auch keinen Regenbogen. Schade, aber ist die Realität. Die Sonne und viele Regenbogen folgten in den nächsten Jahren. Meine Kindheit verbrachte ich in der sonnigen Südweststeiermark im Bezirk Deutschlandsberg, in der es Dank häufiger Gewitter tatsächlich die schönsten Regenbogen in allen Regenbogenfarben gab und gibt. Meine frühen Jahre sind fast vergleichbar mit den Geschichten von Astrid Lindgren. Idyllisch und vollkommen unbeschwert. Wir, die Nachbarskinder und ich, spielten den Erwachsenen und natürlich auch uns gegenseitig Streiche ohne Ende.

Die Schule meisterte ich mit Links, auch wenn meine Lehrerin mich gerne zum Rechtshänder gemacht hätte. Mit neun Jahren verlagerte der Regenbogen seine Position und brachte mich nach Deutschland. Mir wurde die Ehre zuteil 25 Jahre in diesem Land zu erleben. Und erlebt habe ich hier wirklich viel. Nicht alles stand unter dem Zeichen des Regenbogens und nicht alles leuchtete in den Regenbogenfarben.

Hier kommen dann eher die Geschichten von Gudmund Vindland ins Spiel des Lebens. Seine beiden Titel „Der Irrläufer“ und „Sternschnuppen“ beeinflussten mein Leben auf ungeahnte Weise. Ich bin oft genug als Irrläufer unterwegs gewesen und habe mir sehr oft die Sternschnuppen am Nachthimmel unter den Sternen im Allgäu angeschaut.

In dieser Zeit machte ich das Abitur, eine Lehre, einen Job als Stahlhändler und studierte Wirtschaftsinformatik, die mich ein Computerkonzern in die Praxis umsetzen ließ. Sehr spannend, ich weiß, aber hat alles nichts mit dem Regenbogen zu tun. Trotzdem hat sich dieses Symbol mit den sechs Farben, ok, es ist mir bewusst, eigentlich sind es ja sieben Farben, immer mehr in meinem Leben manifestiert.

Irgendwann, ich glaube es geschah im Oktober 1997, fasste ich den Beschluss, ein Buch zu schreiben. Es sollte den Titel: „Der achte Tag“ tragen. Doch nach Jahren der ersten Versuche stellte ich überrascht fest, das Internet hatte inzwischen bei mir Einzug gehalten, dass es diesen Titel schon gab. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Ein wirklich spannender Science-Fiction-Krimi - Der 8. Tag von David Abrose. Welch ein Zufall. Ich war dabei ein Science-Fiction Buch zu schreiben und siehe da, den Titel, den ich wählte gab es bereits, als Science-Fiction. Wieder einmal einer der Zufälle, die keiner sind?

Also wählte ich einen anderen Titel: „Die Symphonie des Universums“. Dem ersten Skript folgte das überarbeitete zweite, und dem zweiten, das überarbeitete dritte und so weiter.

2003 entschloss ich mich dazu, ein anderes Buch anzufangen. Der Entschluss für den Titel kam mir nach einem langwierigen Brainstorming. Meine Freunde und ich saßen viele Male zusammen, als mir plötzlich der Titel durch den Kopf schoss. „Die elf Gebote Gottes“. 2004 fiel mein endgültiger Entschluss, zurück in die Steiermark zu ziehen.

Hier schrieb ich in den darauf folgenden Jahren die elf Gebote zu Ende. Mit dem Schreiben ist das so eine Sache. Im Gymnasium sagte Frau Lehrerin mir: „Du kannst alles werden, außer Schriftsteller!“ Vielleicht hatte sie Recht? Ohne Rücksicht auf diese Worte und trotz starker Anzeichen von Legasthenie schrieb ich seit meiner frühen Jugend. Die Legasthenie hatte sich mit Hilfe von schwerer geistiger Arbeit und enormer Diziplin, vielen Dank nebenbei an den Duden, längst verflüchtigt und ins Reich der Vergangenheit verloren.

Im Jahr 2007 wagte ich den Schritt zur ersten Veröffentlichung. „Herz aus dem Regenbogen“. In der zweiten Auflage änderte ich den Titel in: „A alter Scheiß aus dem Regenbogen“. Ein Gedichtband, den ich komplett nach meiner Rückkehr nach Österreich in der Steiermark verfasste. Einen Monat später mein zweiter Gedichtband. „Universum aus dem Regenbogen". Auch dieser Band bekam in der zweiten Auflage einen neuen Titel: „Coming Out aus dem Regenbogen“. Liebe Leute, ihr könnt mir glauben, dass es mir nicht leicht gefallen ist, diesen Titel öffentlich zu machen. Trotzdem sprang ich über meinen Schatten und tat es. Kurz danach, der erste Roman als Veröffentlichung: „Die elf Gebote Gottes aus dem Regenbogen“. Im Januar 2009 folgte der zweite Roman „Symphonie des Universums aus dem Regenbogen“.

Weitere Projekte folgen. Zwei davon werden wieder den Anhang aus dem Regenbogen tragen. Dann sind alle sechs Farben unseres Regenbogens vertreten. Vielleicht bis bald aus dem Regenbogen unter dem Regenbogen.

Im September dieses Jahres war es also tatsächlich soweit. Wieder gab es eine Neuerscheinung von mir. Nein, ich hatte keine Erscheinung ... Also bitte! Oder vielleicht war es doch so? Darüber will ich mal lieber nicht nachdenken. Ups ...

Wie kam ich auf das Gespenst von Canterville? Es war wohl einer der Abende, an dem ich mich langweilte, obwohl das bei mir nie vorkommt, oder vielleicht stand ich auch auf der Terrasse und rauchte eine Zigarette, auf jeden Fall dachte ich über Oscar Wilde nach. Das Gespenst von Canterville las ich als Jugendlicher mit größter Freude. Warum es also nicht  zwang versetzen in die Steiermark? Gesagt getan und schon geschrieben. Ruck zuck war das Werk beendet und das Gespenst von Canterville 2009 erblickte das Licht der Welt. Und wenn es nicht gestorben wäre, dann würde es heute noch herumgeistern. In der Steiermark? Wer kann das schon wissen?


Gruß Ralph.


"... aus dem Regenbogen"

Warum ... aus dem Regenbogen?

 

Das mit dem Regenbogen und warum Regenbogen und warum aus dem Regenbogen, das erfahrt ihr unter der Rubrik "Über den Regenbogen".