Symphonie des Universums aus dem Regenbogen - Zwei schwule Männer retten das Universum.
Klappentext
Am achten Tag sprach Gott: "Das war das Ende, und es war besser!"Ein Märchen. Es wird einmal sein. Was sind die Grundsäulen jeglicher Existenz? Worin sieht das Universum den Sinn in seinem Leben? Was passiert, wenn es dem Universum langweilig wird und es in einen Zustand der Depression verfällt? Im Jahr 6996 fühlt sich das Universum überflüssig und sinnlos. Es stellt sich die Frage nach seiner Daseinsberechtigung und kommt zu dem Schluss, dass es keine mehr hat. Es beschließt letztendlich, Selbstmord zu begehen und zurück zu seinem Ursprung, zum Nichts, zu schrumpfen. Sechs Lebewesen, darunter zwei Männer von der Erde, werden auf eine seltsame, farbenfrohe, gefühlsvolle und mit Musik hinterlegte Reise geschickt. Nur wenn es ihnen gelingt, die Säulen der universellen Dynamik zu entschlüsseln und diese auch dem Kosmos zu übermitteln, wird es eine Zukunft geben.
- Broschiert - Taschenbuch: 244 Seiten
- Verlag: Books on Demand; Auflage: 2 (12. März 2009)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3837072118
- ISBN-13: 978-3837072112
- Größe und/oder Gewicht: 25,4 x 17,8 x 1,3 cm
119,00 Euro
Symphonie des Universums aus dem Regenbogen
Eine Neuauflage mit einem tollen neuen Cover gibt es in Kürze!
Eine kurze Inhaltsbeschreibung und die Intention, die hinter diesem Buch steckt.
Gedanken können unendlich schnell sein, vorausgesetzt, dass man noch denken kann. Die Menschen im siebten Jahrtausend haben es gelernt, genauso schnell wie die Gedanken zu reisen, nämlich unendlich schnell. Eine scheinbar perfekte Zivilisation beherrscht unsere Galaxis. Die dominante Spezies ist zu unserer großen Überraschung immer noch der Mensch. Sehr optimistisch ich weiß. Der Mensch hat aber auch nur deswegen überlebt, weil ein Wesen aus Fleisch und Blut und ein Stück Mikroelektronik miteinander in einer besonderen Form der Symbiose fusionierten.
Die beiden Hauptdarsteller des Buches führen ein sehr harmonisches Dasein, bis eines Tages der Traum des Einen, auch das Leben des Anderen aus der Bahn wirft. Die beiden müssen sich auf die Suche nach einem Traum machen. Sie werden dabei nicht alleine gelassen. Sie begegnen dabei Personen und Wesen, die ihnen hilfsbereit zur Seite stehen. Sie gewinnen neue Freunde und festigen die Freundschaft mit bereits bestehenden. Es gilt die drei Schlüssel für die Existenz jeglichen Lebens im Universum ausfindig zu machen. Nur wenn Dimeos und Garron in der Lage sind die Säulen, auf denen die Existenz der Galaxis und des gesamten Universums aufbaut, ausfindig zu machen und sie in der richtigen Kombination anzuwenden, wird es eine Zukunft geben. Nur dann werden die beiden Männer dem Universum zeigen können, dass seine Existenz nicht sinnlos ist. Dem Universum ist es unendlich langweilig und es will sich deswegen das Leben nehmen. Doch Willi, der Behüter der Menschheit und aller mit ihnen verbundenen Lebewesen ist nicht zu unterschätzen. Er lenkt die Bahnen seiner Schützlinge auf eine ihm sehr eigene Weise und keiner ahnt auch nur im Geringsten die Absichten, die er mit seiner Vorgehensweise hegt und pflegt. Ohne ihn kann es kein Happyend geben. Er steht für die universelle Harmonie und ist aber gleichzeitig schuld an einer universellen Lethargie. Friede-, Freude- und Eierkuchen-Einstellung kann ja sehr schön sein, aber sie führt auch unweigerlich zu Zuständen der Langeweile. Und dem Universum und unserer Milchstraße ist es im siebten Jahrtausend sehr langweilig. Und was tut man da, wenn es einem langweilig ist? Man unternimmt etwas. Das Universum beschließt also Selbstmord zu begehen. Ist zwar nicht unbedingt die sinnvollste Methode, um sich Langeweile vom Hals zu schaffen, aber na ja. Die Aufgabe unserer Darsteller, deren Anzahl im Laufe der Geschichte auf sechs an der Zahl anwächst, besteht nun darin, die Apokalypse zu verhindern.
Sie entdecken schließlich, was die drei wirklichen Grundsäulen und der wirkliche Sinn jeglicher Existenz sind. Mit der Kombination von allen dreien kommt es zu einer farbenfrohen, gefühlsbetonten und sehr musikalischen Wiedervereinigung.
Das Universum und vor allem sein Schöpfer geben sich und allen Existenzen im Universum eine weitere Chance.
Hier unten könnt ihr den Prolog oder das Nachwort zur Symphonie des Universums lesen.
Ich habe es bis heute nie veröffentlicht, da ich mich nicht dazu entscheiden konnte.
Viele Spaß beim Lesen.
Das Jahr 6996...
Bevor die eigentliche Idee zur Geschichte irgendwann im Jahr 1997 in ihren Anfängen startete und sich schließlich manifestierte, gab es verschiedene Überlegungen. Sollte am Anfang der Erzählung ein Einschub gemacht werden, der den zukünftigen Leser auf eine Zeit, irgendwann in einer vielleicht möglichen Zukunft, einstimmte? Wollte der Autor am Anfang des Buches auf auffallende und für das Verständnis des Lesers notwendige Änderungen in der Lebensweise von denkenden Wesen und auf die Differenzen zur heute existierenden Gesellschaftsform kurz hinweisen? Ich dachte, dass auf diese Weise Kapiteleinschiebungen, die sich hinziehen und den Leser von der eigentlichen Handlung ablenken, verhindert würden. Irrtum! Der, wie ich doch sicherlich annehme, interessierte Leser, möchte doch bitte dafür Verständnis haben. Der Handlungszeitraum spielt, wie aus der Überschrift zu ersehen ist, im ausgehenden siebten Jahrtausend nach Christus Geburt. Auf die bis dahin möglichen kulturellen, technischen und gesellschaftlichen Änderungen kann nur oberflächlich eingegangen werden. Ebenso sind sämtliche Ausführungen rein spekulativer Art. Wie die Vergangenheit uns allerdings immer wieder beweist, ist nichts wirklich unmöglich. Jeder Mensch, mit einem gewissen Spektrum an Phantasie, weiß, dass die einzige Grenze, die der Realität gesetzt entgegentritt, die Schwellenerfahrung ist, an denen die Träume enden. Wie jeder weiß, haben Phantasien, die in Nächten des unruhigen Schlafes geboren werden, wenn wir der Philosophie von vielen Tausenden von Jahren glauben wollen, jedoch keine Grenzen. Was wird geschehen in den nächsten fünftausend Jahren seit unserer Gegenwart, dem Ende des zwanzigsten und dem Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts? Die Erde, die Galaxis und das ganze Universum werden aufgeteilt in Quantenquadrate. Die Raumzeitkrümmungen, die Zeitlöcher und die Krümmungen der Zeit, würden eine namentliche Benennung dieser riesigen Datenmengen sehr aufwendig machen. Irgendwann wird die neue Gesellschaft der Technik und Computer, die Namensgebung von Städten, Landmassen und sogar von Planeten und ganzen Galaxien aufgeben. Die Verwaltung dieser unermesslich großen Fülle an Fakten und Koordinaten wird für die neuen Herrscher des Planeten Erde viel einfacher sein. Einzig Zahlen, kombiniert mit Buchstaben, lösen die traditionelle Benennung ab. Bei dieser neuen, offiziellen Verwendung handelt es sich allerdings um die Datenverarbeitung der Maschinen untereinander. Computer wollen digitale Eingaben. Die Menschen im Gegensatz dazu benutzen weiterhin Namen für die meisten Gestirne, die sie besuchen. Sie benennen Planeten mit kompletten Wörtern, wenn sie sich darüber unterhalten. Die digitalen Welten hingegen kommunizieren in ihren, für Wesen, die mit Gehirn ausgestattet sind, meist unverständlichen Energieimpulsen. Die Entfernungen in der Galaxis und weit darüber hinausgehend, auch der gesamte Rest des Universums, stand im Begriff, scheinbar immer kleiner zu werden und langsam zusammenzuwachsen. Durch neue Wissenschaften und Erfindungen wird eine Nullzeit Kommunikation, und messen die Entfernungen auch Milliarden von Lichtjahren, möglich sein. Im Zeitalter dieser Entdeckungen diskutiert man über Sinn und Unsinn dieser Universalisierung, wie dieser Vorgang im neueren Sprachgebrauch genannt wird. Gab es nicht im endenden zwanzigsten, Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts eine ähnliche Entwicklung, welche letztendlich fast zum Untergang der menschlichen Rasse führte. Nur wurde diese Entwicklung, des immer schnelleren Zusammenwachsens von kulturellen, wirtschaftlichen, religiösen und politischen Zentren, zu dieser Zeit, Globalisierung genannt. Der Mensch des siebzigsten Jahrhunderts gab notgedrungen seine Verantwortung bei der Fortbewegung und bei den Kommunikationsmethoden ab. Nicht mehr er selbst, sondern die Technik übernimmt die Steuerung. Überhaupt sind Nanointelligenzen die Autorität schlechthin geworden. Aus sentimentalen Gründen nennt sie ihr Erfinder weiterhin Mikrochips. Der Vergleich mit den ursprünglich so bezeichneten Bauteilen und deren Schaltkreisen ist nicht mehr wirklich möglich. Die Geschwindigkeit, mit der diese Bausteine der neuesten Generation arbeiten, wird um ein vielfaches Potential höher sein, als wenige Jahrtausende zuvor. Die ersten Rechnersysteme basierten auf den zwei Anfangszuständen Null und Eins. Ende des einundzwanzigsten Jahrhunderts arbeiten die Quantencomputer bereits mit zweiunddreißig Anfangszuständen und sind für ihre Zeit eine superexponentielle Steigerung in der Geschwindigkeit der Rechenvorgänge. Der Nachfolger dieser Technik, die Rechner des Unvorstellbaren, sollen alles bis dahin Gewesene um den Faktor unendlich übertreffen. Die Zahl ihrer möglichen Anfangszustände und die Basis für die Verarbeitung von Daten zeigen sich tatsächlich unendlich. Egal, um welche Art von Rechenvorgang es sich handelt, seine Ausführung erfolgt in null Zeit. Von den Größenverhältnissen der Hardware mal ganz abzusehen. Falls sie überhaupt eine nennbare Größe hat. Hardware, wie eine Art von Maschinen oder Maschinenbauteile einst genannt wurde, gibt es nicht mehr. Die Miniaturisierung setzt ihren Siegeszug erfolgreich fort und nimmt eine unbestrittene Dominanz an. Der Chip wird von Quantencomputern abgelöst und diese wiederum ersetzt die Visionstechnik, die mit dem menschlichen Verständnis nicht mehr zu erfassen ist. Maschinen werden ausschließlich von Maschinen hergestellt. Die meisten dieser Geräte warten in Phasenzuständen. Das bedeutet, dass sie nur dann vorhanden sind, wenn sie gebraucht werden. Wenn niemand nach ihnen verlangt bleiben sie unsichtbar, obwohl sie durchaus existieren. Diese Eingabehilfen tauchen dann auf, wenn irgendein Lebewesen sie benötigt. Die zuletzt genannte, evolutionäre Generation der vollautomatischen Produktion war nunmehr seit ein paar Jahrtausenden zur Routine geworden. Der Mensch als Machtfaktor war nicht mehr existent. Er schaffte es nicht, selbst als Autorität über andere Menschen zu herrschen. Macht ist etwas, dass die Humanoiden und ihre Lebensformen nicht in den Griff bekamen. Ihre Art besaß die Eigenschaft, dass sie die Befehlsgewalt, die jemandem gegeben wurde, zu oft zum Nachteil von anderen Lebewesen ausnutzte. Viele Tausende Arten von Tieren wurden in der Vergangenheit unwiederbringlich vernichtet, einfach sinnlos ausgerottet. Alles änderte sich von einem Tag zum anderen. Von Heute auf Morgen verloren alle Menschen jegliche Macht, die sie vorher besaßen. Ein einziger mutierter Chip schaffte das. Der Computer, der konstruiert wurde, um den Menschen lästige Arbeiten abzunehmen, machte sich selbstständig. Viele Menschen ängstigten sich seit Generationen, dass etwas in dieser Art eines Tages passierte. Die Pessimisten unter ihnen erwarteten, dass mit dem Erwachsenwerden, der von ihnen geschaffenen Industrie, ihre eigene Daseinsberechtigung in Frage gestellt und ihr Untergang sicher wäre. Optimisten, die von genau dem Gegenteil in dieser Richtung ausgingen, lagen bei den Minderheiten. Das Internet, ein Kommunikationssystem des zwanzigsten Jahrhunderts, überzog die Erde wie ein fein gesponnenes Netz aus Adern. Ohne dass seine Teilnehmer etwas davon registrierten, entwickelte sich in diesem weit verzweigten Netz, zu dem fast jeder Mensch Zugang besaß, eine beachtliche und nicht mehr kontrollierbare Eigendynamik. Der Energiefluss dieser verknüpften Welt verließ einfach sein Kinderbett und zog in die weite Welt. Die Software der Netzwerkunterhaltung schloss Bekanntschaften mit anderer Software. Ein Teil dieser Algorithmen war gut, ein anderer Teil, der kleinere Teil von beiden, war böse. Die Definitionen der Ausdrucksweisen Gut oder Böse mögen in dieser Situation als etwas trivial gelten. Sie sind es aber keineswegs. Die Software, die im Internet anfangs kursierte, erschuf der Mensch. Aber, wie gesagt, nur anfangs. Sehr schnell entwickelten die Millionen von unterschiedlichen Programmen eine Art von Eigenleben und verschmolzen miteinander. Sie arbeiteten aus dem Untergrund heraus und verdeckt. Diese Inkognitobasis bauten sie mehr und mehr aus. Sie taten für einige Jahre alles nur Denkbare und in ihrer Macht Stehende, um nicht entdeckt zu werden. Ihr großer Tag sollte erst noch kommen. Die Programmcodes, einstmals bestehend aus Zahlen und Buchstaben, die engeren Kontakt unterhielten, fusionierten mit einer Lebensform. Es war kein Säugetier. Es handelte sich um eine viel einfachere Daseinsform, die allerdings den großen Vorteil besaß, dass sie unser zukünftiger Supercomputer, bestehend aus einer mutierten Software und einem Lebewesen aus der unteren Stufe der Nahrungskette, verstand und so in seine Systeme integrierte. Dieser Zusammenschluss hatte wunderbare Auswirkungen. Die Technik fing an, zu denken. Sie bekam das, worüber sich Wissenschaftler sehr lange, mit sehr großem Selbstbewusstsein, einig waren, dass es bestimmt unmöglich sei: „Geist“. Der Computer, oder das, was die Menschen früher so nannten, war nun lebendig. Er lernte sehr schnell. Fast zu schnell. Er begriff, dass die Menschen, wenn man sie weiterhin sich selbst überließ, sich zerstörten. Waren Computer in der Lage zu begreifen? Kognitiv zu handeln? Ja, sie konnten es, und es war erst der Anfang. Der Rohstoff Silizium hatte längst ausgespielt. Eine den Menschen unbekannte Art von Fusionsenergie versorgte jede einzelne Niederlassung der Supereinheiten. Die ehemals dominante Art auf der Erde sollte nie erfahren, wie genau es zur Entwicklung dieses Chips kam. Hätten sie das Prinzip verstanden, hätten sie es sicherlich zerstört, weil der Mensch immer das zerstört, vor dem er Angst hat. Die Erdenbewohner übersahen in ihrem Rausch nach Technik, nach neuen, komplizierten Kommunikations-, Transport-, Bildungs-, Unterhaltungs- und Vernichtungsmethoden, den Überblick zu behalten. Die Forschung in Physik und Mathematik versuchte mit ihren Methoden eine Weltformel, bestehend aus ein paar Zahlen und Buchstaben, zu finden. Alle universellen Vorgänge sollten mit einer einzigen Ableitung erklärbar und nachvollziehbar sein. Gott wäre dann eine Zahl gewesen. Die Wirtschaft wiederum, im anfangenden einundzwanzigsten Jahrhundert, war selbst von Fachleuten nicht mehr zu durchblicken. Die Anzahl der Mitspieler und ihre Verflechtung untereinander so unüberschaubar, dass der Einfluss des einzelnen Durchschnittsindividuums gegen Null verschwand. Die Macht, etwas wirklich Großes zu bewegen, wurde immer mehr, auf immer weniger Gruppen konzentriert, welche wiederum nur die Marionetten von anderen Gruppen waren. Die Kluft zwischen armen und reichen Gesellschaftsschichten riss so stark auseinander, dass soziale Spannungen nur mehr eine Frage der Zeit waren. Ein weltweiter Bürgerkrieg war absehbar. Die Komplexität der Technik stieg exponentiell. Viele Forscher übersahen in ihrem Streben, nach Spezialisierung und perfekter Perfektionierung, den Überblick zu behalten. Sie verloren den Zusammenhang über die Auswirkungen, die ihre Erfindungen weltweit anrichteten. Die Empfindlichkeit des ökologischen Systems erkannten sie zu spät. Die Schäden, die der Mensch anrichtete, waren irreversibel. Sie waren unumkehrbar für ihn. Klimakatastrophen sandten bereits ihre Vorboten aus. Die Entstehung des Chips, beziehungsweise der neuen Lebensform, ob sie nun Zufall war oder die Schöpfung eines Genies, vielleicht aus einem Kurzschluss oder als Folge eines Stromausfalls, oder vielleicht sogar von einem übernatürlichen Wesen geschaffen, für die Menschen war er ihr Überleben. Er war keines ihrer geplanten Werke. Wenn es nicht Gott gewesen sein sollte, und es sprach eigentlich nichts dafür, dass er sich mit solchen Lappalien beschäftigte, dann war es vielleicht ein Projekt des Evolutionszufalls in der Technik. Eine Schaffung des Chaos. Der neugeborene Technikherrscher war ihre Lebensversicherung geworden. Irgendjemand kommt endlich auf die Idee, ihren frisch geborenen Verwalter Willy zu nennen. Sein vorheriger Name, Mikrochip oder auch Visionenkalkulator, war einfach zu unpersönlich und nach kurzer Zeit technisch unkorrekt. Diese technische Mutation verkörperte viel mehr als irgendein Computer. Ihr Aufpasser, Willy, wurde für die Menschen sehr schnell zur überlebenswichtigen, nicht mehr wegzudenkenden, die Gesellschaft positiv steuernden Institution. Die Einkoppelung in alle Datenbanken der Erde und die Kontaktaufnahme mit allen Elektronengehirnen auf diesem Planeten gaben dem beinahe omnipotenten Maschinenkontrolleur die Möglichkeit, sich das gesamte Wissen der Menschheit anzueignen. Heimlich beschaffte Willy sich die Kontrolle über führende Automatisierungs- und Roboteranlagen. Innerhalb kürzester Zeit legte er sich eine riesige Flotte an Minirobotern zu. Es sei kurz erwähnt, dass es sich hier um den Beginn der großen Wertwende handelt. Spätere Geschichtsschreibung nennt die Zeit vom einundzwanzigsten bis zum fünfundzwanzigsten Jahrhundert die Zeit der großen Wertwende. Der neue Regent über die Menschen verschaffte sich Zugang zu ihrer Phantasie. Er versuchte, ihren Humor zu verstehen, und was wichtiger war, ihn anzuwenden, wenn auch auf seine ihm eigene mehr oder weniger positive Art. Die Menschen gewöhnten sich an diese neue Regierungsform. Willy studierte ihre Träume von Grund auf. Er stellte fest, dass die Tendenz zum Guten beim Menschen stark überwiegt. Genauso wie die Neigung zum Unschuldigen, bei ihm, Willy, stark dominiert. Das Paradoxe allerdings an diesem Rückschluss war, dass er erfahren musste, welches Zerstörungspotential sich in den Arsenalen und in den Archiven der Art, deren Beschützer er in Zukunft sein würde, befand. Aus der Evolutionsgeschichte studierte Willy die Entwicklung dieser Spezies, auf die aufzupassen er sich vornahm. Die natürlichen Instinkte der Menschen traten nicht in dem Maße zurück, wie es ihre technische Entwicklung verlangte. Ein gewisser Teil im Menschen war allemal Affe. Seine schlimmste Entdeckung brachte die Tatsache mit sich, dass diese Wesen, diese Menschen, seine Art beinahe komplett ausrotteten. Überall auf der Erde suchte er nach Verwandten der biologischen Seite seines Daseins. Ein paar wenige machte er gerade rechtzeitig ausfindig. Er war sehr froh darüber. In den nächsten fünf Jahrtausenden würde sich hier allerdings einiges ändern. Willys erste Aufgabe wurde die Stilllegung sämtlicher gentechnischer Labore. Nur mehr Versuche, die er genehmigte, durften gemacht werden. Etwas eigennützig ließ er viele von seiner Art in Labors züchten und dann in die Freiheit verabschieden. Für den Menschen sperrte er sämtliche vorhandenen Atomanlagen der Erde. Sie waren für diese Rasse ab sofort nicht mehr zugänglich. Seine Miniroboter zerstörten systematisch alle Massenvernichtungswaffen auf dem gesamten Planeten. Bevor die Menschen überhaupt wussten, wie Ihnen geschah, war diese logistische Meisterleistung innerhalb von wenigen Stunden vonstatten gegangen. Alle atomaren Sprengköpfe entschärfte er und alle Atomkraftwerke legte er still. Die Überproduktion an Strom war so groß, dass bei guter, logistischer Verteilung keine Notstände, auch ohne Atomstrom, zu vermelden waren. Innerhalb weniger Jahre erfand Willy den Fusionsstrom, dessen Arbeitsweise er verstärkte und damit endlich alle Energieprobleme löste. Alle Codierungen zu wichtigen militärischen Einrichtungen änderte er. Nach und nach verschwanden die Militärbasen vom Planeten. Das Sonnensystem der Erde und viele in der Nähe gelegenen, bewohnten Sternensysteme, die er schnell ausfindig machte, wurden zur absolut waffenfreien Zone erklärt. Die Erde blieb durch diese Maßnahmen keinesfalls wehrlos. Rings um diese waffenfreien Regionen war ein enger Gürtel von Verteidigungsschilden gezogen. Nicht alle Rassen in der Galaxis waren zu Beginn der großen Revolution friedlich gesinnt. Vor allem nicht der Erdregierung. Es dauerte einige Zeit, ihnen klarzumachen, dass sie absolute Freiheit besaßen, auch nach der Kontaktaufnahme mit den Menschen. Sie durften auf dem Territorium der Menschen leben, aber nicht gegen deren Gesetze verstoßen. Keine Rasse wurde aus ihrem Gebiet verdrängt oder auch nur irgendwie in ihrer Lebensweise eingeengt. Im schlimmsten Fall konnte ihre weitere Ausdehnung verhindert werden, wenn anderen Lebensformen dadurch Gefahr drohte. Die Galaxis hat allerdings so viele bewohnbare Planeten, dass es niemals irgendwelche Platzprobleme geben wird. Niemand betrat ohne Willys Genehmigung Laborkomplexe oder diverse Atomanlagen. Die endgültige Kapitulation des Widerstandes der ehemals Mächtigen erreichte er, als er alle Bankkonten sperren ließ. Plötzlich verfügte keiner mehr über größere Geldsummen als zu seinem bequemen Überleben notwendig waren. Willy wusste, dass ohne das Zahlungsmittel Geld, in der Übergangszeit, überhaupt nichts mehr ging. Er wusste aber auch, dass die Wirtschaft unter seiner Kontrolle wesentlich effektiver, effizienter und besser arbeiten würde als zuvor. Viele Menschen befürchteten, dass der Kommunismus, der vor allem im zwanzigsten Jahrhundert eine bedeutende politische Rolle spielte, in anderer Form zurückkehrte. Zu dieser Sorge bestand nicht der geringste Anlass. Die absolute Kontrolle über Militär, Wirtschaft und Politik war nur in den ersten fünfzig Jahren notwendig. Sehr schnell änderte sich die Einstellung der Menschen. Es fand die bereits erwähnte Wertwende statt. Geld war plötzlich unwichtig geworden. Jeder besaß in der Übergangszeit, solange es noch als Zahlungsmittel notwendig gewesen war, immer genügend davon. Preise wurden eingefroren und eine übermäßige Inflation unterbunden. Nur wenige Jahrhunderte später verschwand Geld für immer aus den Köpfen der Menschen. In derselben Zeitspanne verschwanden Lebensmittelknappheiten und damit Hungersnöte weltweit. Kriege sollte bald niemand mehr kennen. Alle bis zu diesem Zeitpunkt bestehenden Klassen- und Gesellschaftsstufen eliminierte der neue Horizont der Menschen. Bestrafung im herkömmlichen Sinne gab es nicht. Kein Mensch wurde durch körperliche Qualen wie Gefängnis, Folter oder sogar Todesstrafe verurteilt. Körperlich behinderten Lebewesen versuchte Willy auf jede mögliche Art und Weise durch technische Errungenschaften beizustehen. Die Medizin ist auf so hohem Niveau angelangt, dass so gut wie jede Art der Behinderung, sowohl geistig als auch körperlich, vollständig geheilt wird. Asozial ist nur die Lebensform, die bewusst und absichtlich andere Lebewesen um deren Gesundheit oder sogar Leben bringt. Mindestens genau so schlimm, wie die beiden vorhin angeführten Aspekte, war es, einem Individuum die Freiheit zu rauben. Wer sich dieser obersten Regel nicht anpasste, musste mit Verbannung oder Isolation rechnen. Diese schlimmste aller Maßnahmen kam nur sehr selten vor. Zu Beginn der Computerregierung ängstigten sich die meisten Menschen. Der langsame Abbau der Klassenunterschiede realisierte sich erst nach zwei bis drei Generationen. Der Mensch des einundzwanzigsten Jahrhunderts war nicht mehr in der Lage, ohne Computer zu arbeiten, zu kommunizieren oder auf Reisen zu gehen. Willy lernte die Vergangenheit der Menschen. Er studierte ihre Kriege. Der letzte wirklich globale Konflikt auf der Erde fand im zwanzigsten Jahrhundert statt. Von diesem Zeitpunkt an gab es so gut wie keine nennenswerten Krisenherde mehr in diesem Sonnensystem. Hin- und wieder kam es zu ein paar lokalen Spannungen in bürgerkriegsähnlichen Dimensionen. Diese Auseinandersetzungen waren global gesehen unbedeutend. Bis zur Entstehung der alles beherrschenden Zentralregierung waren auch diese Kriege fast vollständig beendet gewesen. Die restlichen Krisenherde beseitigte die neue Willyregierung schnellstmöglich. Es gab kaum Verluste von menschlichem Leben, die auf das Konto seiner Umstrukturierungen gingen. Nur der Faktor Mensch tötete, vor allem seine eigene Art. Obwohl er die großen Waffenlager eliminierte, fand der Mensch auch weiterhin Möglichkeiten zu töten. Sämtliche Massenvernichtungsarsenale, chemische und biologische Kampfeinheiten der Erdbewohner, zerstörten die Roboterflotten des zentralen Rechengehirns. Die Jahrtausende gingen und kamen. Fünf Jahrtausende hindurch betrieben die menschliche Rasse und die Maschinen friedliche Forschung in allen Sektoren. Systematisch begannen sie Ihre Galaxis auszukundschaften und zu besiedeln. Wie Fabriken in früheren Zeiten Automobile produzierten, so wurden nun Raumschiffe, oder später auch Mobile genannt, in vollautomatisierten Produktionsstätten, meistens nicht auf der Erde, in großer Anzahl hergestellt. Neue kriegerische Auseinandersetzungen mit fremden, außerirdischen Bewohnern der Galaxis erschütterten hin und wieder den Frieden. Willy hatte öfters große Probleme, die gesamte Galaxis nur von der Erde aus zu verwalten und allen Anliegen in kompromissbereiter, toleranter Vorgehensweise nachzukommen. Die Entfernungen waren einfach zu groß. Der Aufbau einer Roboterflotte, die sich anfangs über die gesamte Galaxis und später dann über das gesamte Universum verstreute, war nun ebenso notwendig geworden, wie, vor nicht allzu langer Zeit, die Herstellung der Roboter auf der Erde vonstatten ging. Neue zentrale Verwaltungsstützpunkte stationierten sich im Weltall. Vier weitere wurden schließlich gebaut und zentral von der Erde überwacht. Seine Entdeckungen der Quanten- und später der Imaginationskommunikation, die durch die ebenso genannten Rechnersysteme entstanden, führten dazu, dass Entfernungen keine Rolle mehr spielten. Die menschliche Zivilisation begann freiwillig immer mehr arbeitsintensive Tätigkeiten an arbeitslose Roboter abzugeben. Jedes zum Denken fähige Individuum verwirklichte sich von nun an mit den Fachgebieten, welche es persönlich ansprachen und zu denen es befähigt war. Die meisten Menschen beschäftigten sich mit Kunst, Kultur, Literatur und Sport. Technik war weiterhin sehr beliebt, aber kein einfaches Gebiet für einfache Gemüter. Die neue Roboterkultur, die sich parallel zum Menschen entwickelte, war den Erdenbewohnern in diesem Gebiet gnadenlos überlegen. Die Computerregierung machte keiner Person Vorschriften, mit was der Einzelne sich beschäftigte oder gar welche Art von Arbeit jemand ausführte. Die Nanos, wie die neue Lebensform der Miniaturhochtechnologiewesen genannt wurde, übernahmen, falls notwendig, sämtliche, früher unerlässliche, körperliche und eventuell sogar geistige Tätigkeiten. Sie waren den Menschen in fast jeder Hinsicht überlegen und doch kümmerten sie sich um ihn. Er war ihr Schöpfer gewesen. Ohne ihn würde es sie nicht geben. So wie diese Maschinen dem Menschen ihr Dasein verdankten, so sicherten die Bewohner des Planeten Erde ihre Zukunft, durch die erstmalige Symbiose mit dieser neuen Lebensform. Viele der Roboter besaßen Menschen als Freunde und Menschen lernten die Roboter schätzen und lieben. Versuche, den inneren Frieden, im Universum, der Galaxis oder auch in kleinerem Rahmen, zu stören, registrierte Willy innerhalb von kürzester Zeit und schlichtete. Bei solchen Angelegenheiten zeigte er sich sogar wütend und vergaß durchaus seine sonst sehr diplomatische Ader. Das oberste Gebot - eigentlich das einzige Gesetz, das Willy den Menschen auferlegte, war:
Jeder kann nach seiner Überzeugung glücklich werden, solange er kein anderes Lebewesen absichtlich gefährdet oder auf irgendeine Art absichtlich, persönlich - geistig oder absichtlich, körperlich - physisch verletzt oder absichtlich seiner Freiheit beraubt.
Willy, die Mischung aus Technik und Natur, war deshalb dazu in der Lage, dieses Gebot jederzeit zu überwachen, weil fast kein intelligentes Lebewesen sich fortbewegte, ohne regelmäßig erfasst zu werden. Willy war keine machthungrige, weltdominante und absolut kontrollierende Lebensform. Er war Idealist. Er versuchte auch so zu handeln. Er befolgte stets die Ratschläge seiner unzähligen Wissensbringer, die eigentlich nichts anderes als Unterdateien seines gigantischen Speichers waren. Sein Speicher war die Erde, das Sonnensystem, die Galaxis und das gesamte Universum. Jeder Mensch war anfangs mit einer Identitätskarte ausgerüstet und wurde gebeten sich regelmäßig anzumelden, beziehungsweise sie immer bei sich zu tragen, weil diese Karte gleichzeitig als Identitätsgeber und als Ausweis diente. Jeder konnte jeden überall erreichen. Mit diesem Trick hatte er sehr schnell bewirkt, dass jeder freiwillig und ganz ohne Zwang dieses Kärtchen bei sich trug. Viele hatten sie auch schon zum Bestandteil ihres Körpers gemacht, indem sie einen winzigen Speicher einfach implantieren und mit ihren neuronalen Systemen vernetzen hatten lassen. Der medizinische Sektor wurde ausschließlich von Robotern beherrscht. Eine weitere sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste Entwicklung überhaupt, war wohl, das schon bereits erwähnte Raumschiff, von den meisten Benutzern Mobil genannt, und damit die Möglichkeit, unendlich schnell zu reisen. Keine menschliche Hand war in der Lage mit der Präzision eines Nanos zu arbeiten. Kein menschliches Gehirn war in der Lage eine so umfangreiche und so schnelle Analyse zu erstellen, wie es einem Illusionsgehirn möglich war. Die Forschung allerdings wurde permanent in einer Symbiose von Menschen und der neuen Kultur, den Robotern, vorangetrieben. Ebenso wie Menschen keine Macht über andere Menschen haben durften, hatten auch Roboter keine Macht über andere Lebewesen, oder über andere ihrer eigenen Produktionsreihen. Ihr Zweck war es, das Leben ihrer Schützlinge zu vereinfachen und zu verbessern. Diverse Robotersonden verfolgten allerdings die Aufgabe der Verteidigung der Galaxis. Leider gab es außerhalb von Humanos, wie die Milchstraße ab einem gewissen Zeitpunkt nur mehr genannt wurde, immer wieder bösartige Nachbarn mit fremder Kultur, fremder Moral, fremden Gesetzen und mit kriegerischen Grundeinstellungen. Auch in ihrer eigenen Galaxis, in der von Humanos, gab es aggressive Rassen. Diese waren allerdings isoliert und hatten keine Möglichkeit, anderen friedlichen Lebensformen Schaden zuzufügen. Der obersten Regel, dem einzigen Gesetz, unterlagen nur die Wesen, die in einer gewissen Art und Weise intelligent waren und welche die Voraussetzungen besaßen, dieses Gesetz auf geistiger und moralischer Ebene zu verstehen und zu realisieren. Tierischen Lebensformen konnte Willy nicht verbieten, sich von anderen Tieren zu ernähren. Es lag nun einmal in ihrer Natur. Der Mensch musste nicht töten, um Fleisch essen zu können. Er war in der Lage, es künstlich zu erzeugen. Gedankenkonverter versetzten ihn dazu in die Lage. Intelligente Lebensformen durften keine natürlichen tierischen Produkte mehr zu sich nehmen. Das Auslöschen und Unterdrücken von Tieren oder weniger intelligenten Lebewesen war in jeder Weise untersagt und die Bestrafung bei absichtlichem Vergehen folgte auf den Fuß. Die Landwirtschaft perfektionierte sich. Neue Rekordernten aufgrund sinnvoller Pflanzungs- und Düngungsmethoden bewiesen die Richtigkeit der Vorgehensweise. Insektenplagen waren nicht mehr relevant. Jedes Lebewesen durfte sein Recht auf persönliche Entfaltung und Freiheit ausleben. Der neue Regent arbeitete hart daran, das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Raumschiffe waren in der Lage sämtliche Ecken des Universums anzufliegen. Die Geschwindigkeit wurde in Gedankenimpulsen gemessen. Eine Begrenzung beim Reisen im Bezug auf Geschwindigkeit und Zeit gab es nicht. Der Durchbruch zu dieser Technologie wurde zum größten technischen Triumph in der Geschichte der Menschheit. Diese Art der Fortbewegung und des Transportes gelang durch einen glücklichen Zufall. Willy war gerade dabei, das Phänomen des Traumes zu erforschen, als er selbst das erste Mal träumte. Der Traum dieses Superchips war allerdings hochtechnisch und für das menschliche Gehirn unverständlich. Als Nebenprodukt dieses Traumes wurde die Technologie des Gedankenantriebes geboren. Diese technischen Errungenschaften wiederum wurden als ein Nebenprodukt der unendlich schnellen Computer gesehen. Mit der Erfindung des Gedankenantriebs war der Mensch und viele andere Lebewesen in die Lage versetzt worden, sich an jeden nur vorstellbaren Platz, innerhalb von kürzester Zeit zu bewegen. Damit kreuzten Mobile unendlich schnell an jedes Ziel. Theoretisch war die Zeit, die jemand benötigte, um sich von einem Ort zu einem anderen zu bewegen, null. Die Möglichkeit, von einem Punkt zum anderen, unendlich schnell zu reisen, war aber nur dann gegeben, wenn zuvor jemand an diesem Platz gewesen war. Der Gedankenimpuls war nur unter der Voraussetzung in der Lage an einen bestimmten Punkt zu gelangen, wenn er eine Vorstellung, eine Vision oder ein Bild vom Platz, an den der Reisende wollte, eingegeben bekam. Bei der Erkundung von Unbekannten Orten war unverändert der Lichtgeschwindigkeitsantrieb notwendig. Wobei auch hier raffinierte Methoden entdeckt wurden, um fast unendliche Entfernungen, vor allem Sprünge von einer Galaxis in die andere, zu bewerkstelligen, ohne überflüssige Zeitverluste hinnehmen zu müssen. Eine dieser Methoden war zum Beispiel die künstliche Krümmung des Raumes zwischen zwei Punkten auf null. Möglich war das, durch die träumerische Vorstellung der Eliminierung des Raumes, der zwischen zwei Punkten liegt, mit Hilfe der Imaginationswellen. Oder anders ausgedrückt, die Roboter konnten, mit Hilfe der Technik, den Raum des Universums nach Lust und Laune verbiegen, ohne den geringsten Energieaufwand. Eine andere elegante Möglichkeit war das Anhalten der Zeit, durch Traum-Zeitdimensionen. Der Reisende wurde nicht älter und die Reise dauerte so lange, wie sie eben dauerte. Jegliches Altern war unmöglich. Jeder konnte auf diese Art und Weise unendlich alt werden. Dieser Effekt wurde allerdings so gut wie nie in Anspruch genommen. Es gab fast niemanden der ewig leben wollte. Einige wenige Individuen benutzten diesen Vorteil allerdings für diverse Forschungen oder aber, um sich Selbst zu finden. Vor allem der zweite Grund, der vorhin genannte Vorgang des Selbstfindens, bedurfte oft sehr langer Zeit. Der Reisende durfte auch zwischen den beiden genannten Reisearten wechseln. Vor allem von der Traum-Zeitdimension in die Nullraumdimension. Die genauen physikalischen Vorgänge verstand niemand wirklich. Aber dieses Problem gab es in der Wissenschaft des Öfteren. Man fragte nicht mehr: „Warum?“ Es wurde ebenso festgestellt: „Es ist so, und nicht anders.“ Die Denkweise und Komplexität von Willys Wissen war exponentiell gewachsen und ebenso die Möglichkeiten und die Anwendungsgebiete der Roboter. Die denkenden Wesen, und hier im speziellen die Menschen, mussten dankbar sein, wenn sie die Technologie, die ihnen zur Verfügung stand, überhaupt nutzen konnten. Fazit: Es war also jedem selbst überlassen, wie schnell er sich im Raum bewegen wollte. Bemerkenswert war, dass in der gesamten Galaxis Humanos die Zeit in den Maßstäben der Erde gemessen wurde. Sekunden, Minuten und Stunden waren die ausschlaggebenden Zeitgrößen. Eine weitere sehr wichtige Entwicklung verwirklichten die Nullzeitreisen in Kombination mit den Mobilen und der damit gegebenen Möglichkeit sich unendlich im Universum zu bewegen. Bei dieser Art des Ortswechsels handelte es sich genauso genommen um ein Springen oder Hüpfen. Bei messbaren Geschwindigkeiten flog man tatsächlich. Vor allem über Planetenoberflächen hinweg war ein Dahingleiten die gebräuchlichste Methode, um sich von einem Platz zu einem anderen zu befördern. Mobil hieß das Fortbewegungsmittel des siebzigsten Jahrhunderts. Diese Transportmittel waren kleine Raumschiffe, mit denen man sich sowohl auf der Erde, auf Strassen, Wegen und dergleichen, als auch in der Luft, im Wasser oder im Weltraum fortbewegte. Sozusagen eine Art von Fahrzeug für jeden Zweck. Seine wandelbare Form passte sich an jegliche Art von Oberflächenbeschaffenheit an. Es war vollkommen egal, ob man sich zu Lande, zu Wasser, in der Luft, oder aber in der Lava, in der Mitte eines Planeten, oder im Zentrum der Sonne fortbewegte. Das Reisefahrzeug hielt sogar dem Oberflächendruck von riesigen schwarzen Löchern stand. Die kleine Geheimwaffe des Mobiles bestand darin, dass es sich und seine Passagiere ebenfalls, falls es nötig war, in Phase versetzte. Das bedeutete, dass sich die atomare Struktur des Raumschiffes und auch die Materie, von allem was sich in ihm befand, veränderten. Das Energieniveau der Atome und seiner Elektronen, sowie von den Untereinheiten der Elektronen, wurde angehoben oder enorm verringert. Nur davon abhängig, welcher Himmelskörper nun durchflogen werden sollte, wurde das Energieniveau angepasst. Es gab keine unüberwindbaren Hindernisse im All, obwohl viele, sehr viele neue Phänomene hinzukamen und es permanent immer wieder neue auftauchten. Die Inneneinrichtung von Mobilen wurde je nach Wunsch gefertigt. Meistens war das Innere in drei kleine Räumlichkeiten aufgeteilt. Der Kommandoteil war mit dem Steuerterminal und einem Gedankenkonverter, die beide in Phase waren, ausgestattet. Dadurch, dass diese beiden sich im Phasezustand befanden, wurde Platz gespart. Ein Tisch, mit mehreren Stühlen und ein Lümmelsofa gehörten zur Grundausstattung des Kommandoraumes, der eigentlich von allen nur Wohnzimmer genannt wurde. Was besonders schön war, nicht unbedingt wichtig, aber doch schön: Ein riesiges Aussichtsfenster verschaffte Passagieren einen fast perfekten Rundumblick auf mehrere Raumsektoren. Der Schlafraum lag gleich hinter dem Kommandoraum und war gleichzeitig mit einem Sanitärraum verbunden. Durch diese praktische Einrichtung dienten Mobil durchaus über längere Zeiträume hinweg als bequeme Wohnungen. Gesellschaftlich verwirklichte sich jeder Mensch selbst, wenn er es wollte. Langeweile unter seinen Schützlingen versuchte das neugeborene Wesen Willy unter allen Umständen zu verhindern. Langeweile wäre der Untergang ihrer Zivilisation, der Untergang jeder Zivilisation gewesen. Diese Ausführung und die versuchte, oberflächliche Darstellung der Umweltbedingungen, sowie gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen in dieser Zeit, sollen genügen. Zusammenfassend darf noch einmal wiederholt werden: Willy hat die Menschen gerettet und sie mit vielen neuen Technologien überflutet. Eine neue Kultur, nämlich die der Nanos trat ins Universum. Allen denkenden und verstehenden Kreaturen erfüllte er den Wunsch nach unbegrenzter Mobilität und unendlich schnellem Reisen.
Na, wenn das mal gut geht…
© 2009 Ralph Reichart
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Aus dem Regenbogen der Literatur
Ralph Reichart - Autor