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Leseproben bei Google-Books

Leseproben – ein kleines Wortspiel – sind die Leseproben bei Google Books zu lange? JA!!!

 

Die Leseproben sollen erproben, ob die Proben, die der Leser erprobt tatsächlich dem Geschmack seines sonst von ihm erprobten Lesestils entspricht. Hat der Schreiberling eine von vielen mit Erfolg erprobte Probe seines geschriebenen Materials für den Leser gefunden, dann ist er glücklich und stellt diese Probe dem interessierten Leser zur Verfügung. Dieser potentielle Kunde des Schriftstellers wird dann oftmals aufgrund dieser Leseprobe entscheiden, ob er sich für das gesamte zum Schriftstück auf Probe gehörenden Werk entscheidet, oder ob er sich nicht doch lieber einem anderen Autor zuwendet, da ihm dessen Art sich auszudrücken mehr zusagt, oder da ihn ganz einfach der Stoff, aus dem dessen Werke sind, mehr anspricht. Was zählt also bei einer Leseprobe? Es ist der Inhalt, es ist die Verständlichkeit, es ist die Art und Weise des Kontextes, verständlich oder nur sehr schwer verständlich, und es ist das Thema, will sagen der Inhalt, der die letztendlich zum Kauf des Buches führt. Ein Buch kann wie eines dieser Eier eines namhaften Schokoladenherstellers sein. Es kann spannend sein, etwas zum Spielen und vielleicht schmeckt es sogar. Na ja, das wohl eher in den selteneren Fällen. Normales Papier würde ich auf keinen Fall zum Verzehr empfehlen. Erstens weiß ich nicht, ob es gesund ist, vor allem wegen der Druckerschwärze und der Inhaltsstoffe, aus denen das Papier hergestellt wird. Da ist bestimmt auch ein Haufen Chemie in der heutigen Zeit mit dabei. Also was sagt uns diese Probe eines Wortspiels einer Leseprobe? Leseproben sind auch nicht immer das Gelbe von Ei und schon gar nicht kann man ein komplettes Buch nach einer kurzen Leseprobe beurteilen. Aber Google Books hat da ja kein Problem mit kurzen Leseproben. Die Leseproben sind so ausführlich, dass ich in deren Leseproben schon fast ein halbes Buch zur Ansicht bekomme. Der Vorteil ist nur, dass kaum einer wirklich das Verlangen, die Ausdauer, die Kondition und schon gar nicht die Lust hat, hunderte von Seiten am Monitor zu lesen. Die Leseproben, die Google Books zur Verfügung stellt sind also unbestritten ein Streitthema. Ich bin ja der Ansicht, dass es soweit OK ist, solange nicht mehr als wirklich notwendig zur Einsicht freigegeben wird. Aber das dürfte Google ja wohl nicht einschätzen können. Ich gehe mal davon aus, dass die Leseproben nach einem gewissen Zufallsprinzip entsprechend der Seitenanzahl freigegeben wird. Leichtsinnigerweise habe ich meine ersten vier Bücher für Amazon Search Inside und für Google Books freigegeben. Bei Amazon finde ich es ja echt OK. Die geben die ersten zehn bis fünfzehn Seiten frei. Bei Google Books dagegen ist es ja fast das halbe Buch oder wenigstens ein Drittel. Wenigsten fehlen immer wieder einige Seiten oder ganze Seitenblöcke des Inhaltes, womit ich mich gerade noch so abfinden kann. Im Buchladen kann ich schließlich auch das ganze Buch durchblättern. Nun gut, ich habe mich damit abgefunden und vielleicht bringt es ja auch mehr Vorteile als Nachteile. Bei den Vorteilen fehlen mir zum Teil noch die Argumente und bei den Nachteilen fällt mir auch nicht so wirklich viel ein. Fazit: Es ist mir echt egal, solange nicht das komplette Werk und nicht mehr als die Hälfte davon im Internet erscheint. Den Kopierschutz finde ich echt in Ordnung und wenn jemand größere Teile davon lesen will, ohne zu kaufen, finde ich es auch Recht. Es geht mir in erster Linie ja ums Schreiben. Aber was bedeutet das Schreiben schon, wenn man keine Leser hat? Mir auf jeden Fall sehr viel. Aber doppelt so viel Spaß macht es, wenn es Leser gibt, mit denen der Autor seine Gedanken teilen kann und vielleicht sogar diskutieren, um so zu einem besseren Ergebnis zu gelangen. Fazit: Ich bin versöhnt mit Google, mit Amazon und allen anderen. Ich bin sogar froh, dass es die beiden gibt. Ohne die beiden großen Player im Internet wäre es fast unmöglich, Lesergruppen auf sich aufmerksam zu machen. Irgendwie habe ich gerade den Faden verloren. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, bei den Lesproben. Der große Vorteil einer eigenen Homepage ist, dass ich meine eigenen Lesproben reinstellen kann. Auch von großem Vorteil ist es, dass ich hier Texte zur Verfügung stellen darf, die in meinen Büchern einfach keinen Platz mehr hatten oder aus irgendwelchen inhaltlichen Gründen rausflogen.

Ich finde Leseproben im Internet super. Trotzdem werden sie niemals das Stöbern in Büchern in einem Buchladen ersetzen. Ein Buch in der Hand halten, es spüren, Wörter aus Druckerschwärze auf gebleichtem Papier. Der Geruch nach frischem Einband. Oh Gott, ich denke ich bin gerade dabei mich zu outen! Ich denke, dass ich fast so etwas wie ein Buchfetischist bin?! Ich rede jetzt von Fetischismus auf rein geistiger Ebene. Das versteht sich hoffe ich doch von selbst. Wer anderes denkt ist ein übler Strolch. Spaß muss sein.

Viel Vergnügen mit den Leseproben, wo immer ihr sie auch hernehmt. Aber bitte vergesst nebenbei nicht, hin und wieder auch einmal ein Buch zu kaufen.

 

Gruß Ralph Reichart

 

© 2009 Ralph Reichart

 


Gedicht aus meinem Buch: "A alter Scheiß aus dem Regenbogen"


Ein Fest

 

Jeder lacht und hat sich gefreut

Es wird geschmatzt und viel geschluckt

Keiner hat sein Kommen bereut

Manch einer dabei kräftig spuckt

 

Ansprachen und Reden werden gehalten

Die Musik aus dem Hintergrund, von Konserven

Ob gut oder schlecht, die Meinung ist gespalten

Ein Lied raubt anwesenden Gästen die Nerven

 

Stunden vergehen und die Sekunden fliegen

Kreisende Schenkel hektisch wirbeln im Tanz

Mancher der Gäste bleibt irgendwo liegen

Hin und wieder ist sogar einer dabei der kann’s

 

Konfetti strömt den Ehrengästen aus den Haaren

Lichter lassen die Wände lebendig werden

Inzwischen der letzte Gast, der sich verfahren

Der Hausherr kommuniziert wild in Gebärden

 

Ein totes Schwein über dem Feuer gewendet

Fleischstücke brutal aus der Leiche geschnitten

Sein Leben hat wegen der Feier geendet

Man tröstet sich: Sicherlich hat es nicht gelitten!

 

Meeresfrüchte, Muscheln und Schnecken

Fettige Finger wühlen sich durchs Buffet

Mussten für das Mahl auch verrecken

Draußen fällt tonlos der weiße Schnee

 

Plötzlich die öde Harmonie empfindlich gestört

Eine leblose Hand streckt sich auf kalten Fliesen

Irgendjemand hat röchelnde Geräusche gehört

Ungehört verhallt ein Niesen

 

Menschen verkrampfen sich im Schmerz

In ihrer Gier nach Genuss

Bei mehreren setzte aus das Herz

Machten sie mit ihrem Leben Schluss

 

Die Tiere mit Schalen, aus dem Meer gedriftet

Menschen, die Muscheln verachten

Lagen zu lange an der Sonne und waren vergiftet

Sahen dem Ableben betrunken zu und lachten

 

Nicht jede Einladung verspricht immer das Beste

Genuss heißt nicht, im Übermaß zu baden

Manche werden tödliche Feste

Wäre jedes so, würde keiner mehr Gäste einladen

 

© 2009 Ralph Reichart