Ralph Reichart

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Kluge Sprüche

Nur schlechte Politiker verkennen die Grenze zwischen Sinn und Unsinn.

 

Hans Schweizer

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Die Regenbogenpararde in Wien

Regenbogenparade

 

Die Regenbogenparade symbolisiert eine politische Demonstration. Holla, das heißt ja, dass ich zweimal an einer Demonstration in Wien teilgenommen habe. Noch dazu eine politische Demonstration. Wenn es schön macht? Aus gutem Grund findet sie jährlich auf der Ringstraße statt, die sich im Laufe der Wiener Geschichte als Sinnbild für Gleichstellung, Toleranz und Weltoffenheit manifestierte. Natürlich muss der Umzug andersrum, also gegen den Ring laufen. Sind Schwule und Lesben andersrum? Sind sie nicht genau so normal die Heterosexuellen? Klar darf sich eine Minderheit nicht verstecken. Wer sich versteckt, mit dem können die anderen machen was sie wollen, beziehungsweise über seinen Kopf hinweg entscheiden. Aber sie muss sich doch bitteschön nicht selbst diskriminieren. Wäre es nicht besser, ein Zeichen zu setzen, das die Schwulen und Lesben genau so normal sind, wie die Heterosexuellen? Sind die Bisexuellen eigentlich auch andersrum, oder sind die „normal“? Ist ja auch nicht wirklich wichtig. Was wirklich wichtig ist, ist, dass jeder sein Leben so leben kann wie er will, solange er niemandem wehtut. Rücksichtnahme von Menschen gegenüber seinen Mitmenschen hat noch nie geschadet. Doch zurück zur Regenbogenparade. Die Regenbogenparade ist nicht einfach ein farbenfroher Umzug, der jährlich in Wien auf der Ringstraße durchgeführt wird - Nein! - sie stellt viel mehr dar. Sie setzt auf konstruktive und für jeden Mann und jede Frau sichtbare Demonstration für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben. Prinzipiell entspricht die Regenbogenparade damit den Veranstaltungen, die in Deutschland als Christopher Street Day bezeichnet werden. Die öffentliche Kundmachung, Demonstration der Regenbogenparade zeigt die bunte Vielfalt der Schwulen-, Lesben-, Tunten-, Bisexuellen- und Transgenderbewegung in Österreich.

Die erste Veranstaltung dieser Art in Wien fand am 29. Juni 1996 statt. Was schon sehr viel über die Einstellung der Politik zu diesem Thema aussagt. Österreich gilt in dieser Beziehung sehr lange Zeit als Entwicklungsland. Die Menschen sind ja so tolerant und aufgeschlossen, wenn sie nicht mit Dingen konfrontiert werden, die ihrem langweiligen 0815 Leben entsprechen. Aber langsam erwachte auch die Alpenrepublik aus ihrem Dornröschenschlaf. Seit der ersten Regenbogenparade hat sich sehr viel getan. Die Menschen sind aufgewacht. Dank Veranstaltungen wie der Regenbogenparade in Wien, und hört und staunt, sogar in Graz gab es schon zweimal einen CSD, auch wenn keiner hin gegangen ist, wird die Schwulen- und Lesbengemeinschaft mehr und mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen und auch akzeptiert. Ich war aber auf beiden CSDs in Graz. Mir kam es ein bisschen so vor, wie wer Menschen suchet, der findet. Ich will aber nicht kritisieren. Ich finde es toll, dass sich auch in Graz etwas tut. Mehr oder weniger. Trotz allem ist es noch ein sehr weiter Weg, bis der Begriff Homosexuell und Heterosexuell in der Gesellschaft einen Status Quo erreicht hat.

Deswegen gratuliere ich auf diesem Wege den Veranstaltern der Regenbogenparade und den Veranstaltern sämtlicher CSDs in Österreich und wünsche euch allen viel Kraft, gute Ideen und vor allem schönes Wetter.

Auf jeden Fall alles Gute aus dem Regenbogen unter dem Regenbogen.

 

P.S.: Die Abschlusskundgebungen am Schwarzenbergplatz sind furchtbar. Nicht das Programm, sondern der Platz.

 

 

© 2010 Ralph Reichart